Mathias Jalits, Eisenberg: Blaufränkisch vom Feinsten!

Eisenberg, dieses kleine und unbekannte Weinbaugebiet im südlichen Burgenland, hält noch manche Entdeckung bereit. Die Sorte Blaufränkisch fühlt sich hier besonders wohl und bringt Spitzenweine.

Der Eisenberg, schöne Landschaft, tolle Weine! (Bild: EisenbergDAC ┬® Manfred Klimek)

Viele meiner Blog-Beiträge trage ich jeweils schon jahre- oder monatelang im Kopf mit herum, etwa weil ich einen Wein oder Winzer schon lange schätze oder endlich genauer kennenlernen wollte. Weil ich in Sachen Wein sehr neugierig bin, versuche ich aber auch immer, Neues zu entdecken, am liebsten aus unbekannten Gebieten und Sorten – oder von aufstrebenden Winzerinnen und Winzern. Wahrscheinlich seufzen einige Weinhändler zuweilen über mich, weil ich oft einfach Einzelflaschen bestelle. Der einfachste Weg zu Entdeckungen sind aber natürlich Degustationen, und auf eine solche geht mein heutiger Beitrag zurück. Ich hatte kürzlich schon darüber, bzw. über die DAC Eisenberg geschrieben:
https://victorswein.blog/2020/01/18/blaufrankisch-aus-eisenberg-zur-entdeckung-warmstens-empfohlen/
Von einem Schweizer Importeur, Daniel Ruoss von „Weinzeit“, erhielt ich einen Dank per Mail, mit der augenzwinkernen Bemerkung, ich hätte aber in meiner Aufzählung empfehlenswerter Güter jenes von Mathias Jalits vergessen. Diese Reaktion veranlasste mich, einen Querschnitt durch das Sortiment von Jalits zu kaufen und zu probieren. Denn vergessen hatte ich das Gut nicht, in der „Masterclass-Degustation“ des Anlasses hatte ich dem Blaufränkisch von Jalits 2017 vom Ried Szapary nämlich sogar die höchste Note aller sechs degustierten Weine vergeben. Leider aber waren die Österreicher beim Ende der Veranstaltung so schweizerisch pünktlich, dass ich es nicht mehr schaffte, die Weine aller Aussteller degustieren zu können, unter anderem auch jene von Jalits. Und nur aufgrund eines einzigen Beispiels mochte ich keine Empfehlung für ein ganzes Gut abgeben.

Das hole ich aber hiermit sehr gerne und mit Überzeugung nach. Während die beiden Basisweine, ein Welschriesling 2018 und der Blaufränkisch Eisenberg DAC 2017 zwar einfache Weine, aber solche mit hohem Spassfaktor sind, glänzt bereits die Rarität, ein Pinot noir aus dem Jahr 2016, mit einer eigenständigen Auslegung dieser Traubensorte: sehr filigran und „puristisch“, aber doch sortentypisch und vor allem bis zum letzten Schluck spannend und anregend – das absolute Gegenteil eines „Bluffers“. Definitiv grossartig wird das Sortiment aber mit den drei degustierten Lagen-Blaufränkisch, alle Eisenberg DAC Reserve, jene aus den Rieden (= Lagen) Fasching und Szapary sowie der „Diabas“, das Flaggschiff des Gutes mit Trauben aus drei verschiedenen Lagen.

Szapary? Das tönt so ungarisch, und tatsächlich liegt dieser steilste Teil des Eisenbergs nur einige hundert Meter von der ungarischen Grenze entfernt (die direkt an Szapary anschliessende Lage Saybritz erstreckt sich bis zur Grenze).

Begnadeter Winzer und Weinmacher: Mathias Jalits in seinem Weinkeller (Bild: Homepage Jalits)

Zurück zu den drei Weinen. Das ist Blaufränkisch in Vollendung! So unterschiedlich sie ausfallen, so sehr zeigen sie eine verbindende Handschrift: unglaublich kraftvoll, aber trotzdem von tänzerischer Eleganz und enormer mineralischer Frische. Ganz einfach drei tolle Spitzenweine – jetzt trinkbar, aber mit viel Alterungspotential!

Ried Fasching 2016:
Dunkles Rubin; Cassis, Brombeeren, dunkle Kirschen, leichter Holzton. Kräftig, spürbare, feine Tannine, gut eingebundene Säure, langer Abgang.

Ried Szapary 2016:
Mittleres Rot; noch sehr primäre Aromen, fast, als hätte er eben erst die „Malo“ hinter sich, daneben Kaffee und helle Beeren; im Mund druckvoll, im Antrunk zwar eher filigran wirkend, dann aber dicht und wuchtig, schöne Säure, fast nicht endender Abgang. Trotz viel Kraft ein feingliedriger, eleganter Wein.

„Diabas“ 2015 (aus den Lagen Saybritz, Fasching und Reihburg)
Dichtes, glänzendes Purpur; Duft nach Cassis, Leder, Tabak und Thymian; enorm viele, aber sehr feine Tannine, schöne Säure, gut eingebundener Alkohol, wirkt aber trotzdem auf positive Art „feurig“, mittlerer Abgang.

Der „Diabas“ ist sicher der grösste der drei Weine und dürfte sehr lange altern können. Trotzdem, jetzt und wohl auch bis auf Weiteres, macht der „Szapary“ am meisten Spass: So viel hochklassigen Trinkgenuss zu einem solchen Preis (Fr. 20.00) muss man weit suchen!

http://www.jalits.at
http://www.weinzeit.ch
Weitere Bezugsquellen auch für andere Länder sind auf der Homepage von Jalits ersichtlich.

Verrückte Zeiten – tolle Ideen. Und ein wenig (leider restsüsse) Normalität.

Es ist bewundernswert, mit wie viel Kreativität einige Winzer und Weinhändler plötzlich auftrumpfen. Aber trotzdem muss man ja nicht jeden Wein dann einfach gut finden. Für heute deshalb mehr eine Plauderei als eine Weinbeschreibung.

Aktuell überbieten sich Winzer und Lieferanten mit mehr oder weniger kreativen Angeboten. Zwei coole Online-Degustationen habe ich schon in meinem letzten Beitrag beschrieben:
https://victorswein.blog/2020/03/23/corona-macht-erfinderisch-spannende-online-degustationen-zum-mitmachen/

Viele Angebote sehen indessen einfach „nur“ eine Gratislieferung vor – damit glauben die Güter und Unternehmen jetzt gerade zu punkten. Bloss: Wie bringen die das nach der Krise nur wieder weg? Wer macht den ersten Schritt und verlangt – betriebswirtschaftlich logisch – wieder Transportkosten? Ich wage die Prognose, dass viele Winzer am Schluss als Verlierer dastehen, weil sie mit der Gratislieferung einfach nicht mehr aufhören können. Da ist die Aktion des von mir hoch geschätzten Winzers Michael Broger geradezu besonnen: Er liefert temporär in der näheren Umgebung, sprich, in seinem Kanton – den ich mit meinem Wohnort um gerade einen Kilometer verpasse, was mir aber aufgrund des Autokennzeichens (TG) ganz recht ist 🙂 – gratis, behält aber sonst seine üblichen Versandkosten zu recht bei.

MIr gefällt unter Vielen indessen die Idee von sechs Winzerinnen und Winzern aus Nierstein. Hier kann man zwei verschiedene Probierpakete mit je einer Flasche der sechs Güter bestellen. Gemeinsam geht es besser! Und für mich wäre das ein Zukunftsmodell – nicht jeder mag die gleiche Art von Wein, und unter sechs finden sicher fast alle einen Lieblingswein. Am Schluss gewinnen alle! Es gibt zwei Pakete, eines „nur Riesling“, das andere „alles ausser Riesling“, die Kosten betragen 44 Euro, inkl. 2 Euro Spende an eine soziale Institution. Kritisieren muss man aber immerhin, dass die Aktion technisch nicht ausgereift ist, Bestellungen sind nur per E-Mail möglich (siehe Bildlegende), und wie hoch die Transportkosten sind, bleibt offen. Dennoch: Solche Aktionen wollen wir künftig regelmässig sehen, dann hätte Corona sogar etwas (Wein-)Gutes.

Für Bestellungen: sina@weingut-eimermann.de

Zu einem der sechs Güter, die sich hier gemeinsam organisiert haben, gibt es übrigens in einem anderen Weinblog einen sehr schönen Beitrag: Nicole Korzonnek hat in ihrem Blog bottled grapes (ich „beneide“ sie um diesen genialen Namen) das Weingut Schneider-Müller sehr schön portraitiert:
https://bottled-grapes.de/weingueter-schneider-mueller-rheinhessen/

Themenwechsel: scheussliche Restsüsse

Ich mag nun mal Weine nicht, die zu viel Restsüsse aufweisen. Selbst, wenn ich sie rein rational oft sehr gut beurteile, gefallen können sie mir fast nie – und schon gar nicht zum Essen, es sei denn, es handle sich um ein asiatisches Gericht und beim Wein um einen Riesling oder einen Chenin blanc mit viel Säure zur Süsse.

Heute habe ich eine „blind“ eingekaufte Petite Arvine 2018 probiert. Schon in der Nase war klar, dass ich diesen Wein nicht mögen werde, und im Mund erst recht: Es gibt so viele hervorragende Weine aus dieser Sorte, die trocken oder mit wenig Restsüsse ausgebaut sind – warum braucht es da Süsse? Das ist einfach ein Beweis mehr dafür, dass man Weine nur einkaufen sollte, wenn man sie selbst probiert und für dem eigenen Geschmack entsprechend befunden hat. Da ich aber das fragliche Weingut (Les Fils de Charles Favre) seit bald 40 Jahren kenne und hoch schätze, habe ich es wieder einmal gewagt. Eben: Das Unternehmen ist hoch empfehlenswert, und auch den Wein werden viele vermutlich gut finden – bei mir enden die restlichen 5 Flaschen indessen als Kochwein in Gerichten, die nach einen leicht süssen Touch verlangen.

Aber gerade deshalb finde ich die beschriebene Aktion der sechs Niersteiner Winzerinnen und Winzer so gut: Man kann probieren und allenfalls nachbestellen, was gefällt!

Süsser Wein? Ich bin selbst nicht besser!

Ich pflege einen eigenen, kleinen Rebberg:
https://victorswein.blog/virtuelles-rebjahr/

Ich habe kürzlich meinen Wein, ein Pinot noir aus einer zum zweiten Mal genutzten Barrique, aus dem Jahr 2016 einem Weinfreund zum Probieren gebeben. (Adrian van Velsen, der einen Weinblog betreibt, der viel älter und viel professioneller ist als meiner – sehr empfehlenswert:
https://vvwine.ch/

Er lieferte mir nicht nur eine hochprofessionelle Degustationsnotiz, sondern auch den Hinweis, dass er eine Restsüsse von mindestens 2-3 Gramm vermute. Mir war immer klar, dass der Wein nicht ganz trocken ist, aber gerade so? Ich liess ihn deshalb analysieren und das Resultat war ein Schock: 5,2 Gramm Restzucker!

Fazit: Kritisieren ist einfach, selber besser machen, weniger.

Und in diesem Sinn: Hut ab vor allen, die in der heutigen schwierigen Zeit selbst etwas besser machen!

https://www.weingut-gehring.com/
https://www.weingut-huff.de/
https://www.weingut-seebrich.de/de/home/articles/home.html
https://www.weingut-huff.com/
http://schneider-mueller.com/
https://weingut-eimermann.de/

Und – nehmen Sie meine Kritik an der Süsse der Petite Arvine nicht zu ernst, das Weingut ist hervorragend:
http://www.favre-vins.ch/

Corona macht erfinderisch: spannende Online-Degustationen zum Mitmachen!

Die einen stecken den Kopf in den Sand, die anderen handeln. Hier zwei Beispiele innovativer Winzerinnen und Winzer, welche das Beste aus der Situation machen. Und wer weiss, vielleicht ist das bis in ein paar Jahren gar die Normalität?

Als Weinblogger fragt man sich natürlich in diesen Zeiten, ob man überhaupt noch Beiträge schreiben soll, darf, kann oder gar muss. Es gibt in diesen Tagen wahrlich Wichtigeres als Wein – und ist es nicht schon fast peinlich, Texte über die wichtigste Nebensache der Welt zu schreiben (die bisher wichtigste liegt ja inzwischen ganz auf Eis)? Ich für mich habe vorerst entschieden, weiter zu bloggen, behalte mir aber vor, in ein paar Wochen je nach Entwicklung anders zu denken. Der Hauptgedanke: Etwas Schönes muss der Mensch ja auch noch haben!

Der heutige Beitrag fällt mir da um so leichter, als er lediglich einen Hinweis auf Leistungen anderer darstellt. Wenn Degustationen vor Ort verboten sind (ausgerechnet im Frühling, wenn die neuen Weine auf den Markt kommen und üblicherweise die höchsten Umsätze erzielt werden), haben sich zwei Winzer unabhängig voneinander zu einer speziellen Aktion entschlossen: online degustieren!

Schwarz Wein aus Freienstein: Wine goes online!

SchwarzWein in Freienstein (ZH) schreibt dazu: „So was haben wir noch nie gemacht. Jetzt ist ja die Zeit um etwas Neues auszuprobieren.“
Und die Cave du Rhodan (VS), über die ich eben erst hier berichtet habe,
https://victorswein.blog/2020/03/07/domaine-trong-der-cave-du-rhodan-bio-dynamisch-an-die-spitze/
notiert: Bleiben Sie Zuhause, bleiben Sie gesund – wir kommen zu Ihnen. Das Projekt #WalliserSonnenschein geht in die nächste Runde und bietet Ihnen die Möglichkeit interaktiv und Live online Weine zu degustieren.

Und die gleiche Idee der Cave du Rhodan. Die Daten passen sogar, man kann am 2.4. Weine aus dem Wallis und am 3.4. (sowie weiteren Daten) aus dem Zürcher Unterland degustieren!

Soll man in diesen Zeiten noch bloggen? Wenn man so innovativen Winzern damit vielleicht ein wenig zusätzlich helfen kann, dann ist die Antwort ohnehin ja. Aber wie ausgeführt, es werden auch weitere, „normale“ Beiträge folgen!

Anzumerken ist noch dies: Beide Weingüter haben sich schon länger durch eine ausgeprägt moderne Art und Weise auch Online und in den sozialen Medien präsentiert. Und sicher nur deshalb waren beide auch in der Lage, sofort zu reagieren und die Weindegustation online anzubieten. Erfolg kommt also nur sehr selten zufällig, sondern ist erarbeitet – damit es auch in Krisenzeiten noch läuft!

Zu Priska und Andreas Schwarz wollte ich übrigens schon lange auch schreiben, nicht nur, weil ich deren Weine toll (und Teile davon manchmal auch „genial-verrückt“ modern) finde, sondern auch, weil sie selbst einen „Video-Weinblog“ betreiben, in dem mit gut gemachten Filmen auf wunderbare Art und Weise vermittelt wird, was auf dem Gut gerade abgeht). http://winzerblog.ch/.

https://rhodan.ch/blogs/news/live-weindegustation-so-funktionierts
https://weingutschwarz.ch/eventsver/live-weindegustation/

Sandrine Caloz von Parker geadelt – ein Beispiel mehr für Schweizer Spitzenweine!

Für einmal etwas Eigenlob: Sandrine Caloz, die Bio-Winzerin aus Miège, wird von Parker in höchsten Tönen gelobt – gleich sieben ihrer Weine erhielten über 90 Punkte! Auch in meinem Blog war sie mit zwei dieser Gewächse bereits sehr lobend erwähnt.

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Die Eingangstafel zur Cave Caloz (2017, damals noch in Umstellung)

Seit Stephan Reinhardt für unsere Region die Verantwortung übernommen hat, geht es mit Parker aufwärts 🙂 – sorry, gemeint ist natürlich mit den Schweizer Produzenten. Eigentlich müsste man ihm schon heute in einem schönen Rebberg ein Denkmal setzen! Tatsächlich ist Stephan für den Schweizer Weinbau ganz einfach ein professioneller Glücksfall – er kennt und schätzt offensichtlich unsere Weine und er hat wohl dank seiner Benotungen mehr zur internationalen Bekanntheit des Schweizer Spitzenweinbaus beigetragen als alle Branchenverbände mit ihren Werbeversuchen in Jahrzehnten zuvor! (Was bei allem verdientem Respekt für Reinhardt allerdings eher gegen unsere Verbände spricht!).

Neu aufgenommen im Parker’schen Olymp wurde Sandrine Caloz. Vor drei Jahren (die Bilder entstand damals) habe ich ihren Betrieb erstmals besucht, und ich hielt die Weine für extrem spannend, wenn auch teils etwas gewöhnungsbedürftig. Gerade „blogwürdig“ fand ich sie aber damals noch nicht. Anfangs Dezember des letzten Jahres konnte ich in Zürich zwei ihrer Weine neu probieren – und war definitiv begeistert (wie von fast allen Weinen, welche die Vereinigung der jungen Winzer der Schweiz zeigten):
https://victorswein.blog/2020/01/05/die-jungen-wilden-nur-halb-so-wild-dafur-total-gut/

Ganz offensichtlich hat die junge Winzerin nochmals massiv zugelegt, und das ist auch Stephan Reinhardt nicht verborgen geblieben. Er wird mit den Worten zitiert (Quelle: Alexandre Truffer auf Facebook):
„Sandrine has an artisanal approach and say she ist producing her wines like her grandfather did more than 50 years ago. Her wines are subtle, finessed and full of energy and personality. It’s hard to like conventional wines after having tasted those“.

Herzliche Gratulation, Sandrine, unsere neue Botschafterin für Schweizer Spitzenweine! Trotzdem zeigt das Beispiel auch eine andere Seite der Weinbewertung und -benotung. Denn tatsächlich bewegen sich nur schon die meisten der oben erwähnten Mitglieder der Vereinigung der jungen Winzer auf ähnlichem Niveau, ohne bei Parker Eingang gefunden zu haben. Wer schafft es in den Olymp und wer nicht? Da entscheiden wohl oft auch Nuancen. Aber das soll unsere Freude an Sandrine Caloz Erfolg natürlich nicht schmälern! Und wie hervorragende Winzerinnen und Winzer dem Glück manchmal auch mit eigener Initiative etwas nachhelfen können, lesen Sie (französisch) hier: https://www.swiss-wine-tasting.ch/fileadmin/UserFiles/2020/07_Pressbook/MF_03-09-2020.pdf

http://www.cavecaloz.ch

https://www.lenouvelliste.ch/articles/valais/canton/vins-deux-nouveaux-talents-valaisans-remarques-par-le-parker-915166

https://www.robertparker.com/ (Artikel nur für Abonnenten zugänglich)

https://www.jsnw.ch/home/

Napa-Grill und -Wein in Zürich mit super Reaktion!

Positive Reaktionen auf den Corona-Lockdown scheinen mir jetzt nur schon für die Psyche wichtig. Deshalb hier ein kleines, sympathisches Beispiel, wie man einen Betrieb wenigstens teilweise aufrecht erhalten kann:

„Wir haben gehofft und gebangt, doch COVID-19 hat den Bundesrat gestern zu drastischen Massnahmen gezwungen um unser aller Gesundheit zu schützen„, mit diesen Worten beginnt der Newsletter der Napa Grill und Napa Wine AG in Zürich. Aber man hat schon eine Teil-Antwort auf die Krise, und richtet eine „Whatsapp-Notfall-Nummer“ für einen Abholservice ein. Aber lesen Sie selbst:

Da wird nicht der Kopf in den Sand gestreckt sondern das Beste aus einer schwierigen Situation gemacht. Das gefällt mir, und deshalb hat ausnahmsweise auch eine solche Aktion Platz in meinem Blog! Pech für alle, die nicht in der Region Zürich wohnen, aber vielleicht finden sich ja andernorts ähnlich flexible Betriebe!

https://www.napawine.ch/
Und wenn die Zeiten wieder besser sind: https://napagrill.ch/

Viva l’Italia! Pignolo – aber kein bisschen kleinlich!

Italien kann ja gerade etwas gute Presse brauchen! Und wenn ich hier einen Wein aus einer speziellen Sorte, der Pignolo, von Torre Rosazza beschreibe, dann fällt es auch ganz leicht, gut über das Land bzw. dessen Weine zu berichten!

Pignolo – übersetzt heisst das „kleinlich“ oder „pingeling“. Warum die Sorte so heisst, habe ich nicht verbindlich rechercherien können, aber der Verdacht liegt nahe, dass ihre bescheidenen Erträge ihr diesen Namen verliehen haben. Andere Erklärungen sehen allerdings ihre Traubenform als Namensgeber, „pigna“ = Tannzapfen.

Wie auch immer, die Sorte ist im Friaul seit rund 700 Jahren dokumentiert, war aber praktisch ausgestorben, bevor sie in den 1970er Jahren aus über hundert Jahre alten Ablegern von wenigen wiederentdeckten Stöcken (in der Abtei von Rosazza) wieder vermehrt wurde. Inzwischen sind schon über 100 Hektar im Friaul mit dieser Sorte bepflanzt – Tendenz steigend.

Wenn man den Pignolo 2014 des Weingutes Torre Rosazza probiert, dann weiss man auch warum! Mag die Sorte schwierig zu pflegen und anfällig auf den echten Mehtau sein – qualitativ ist sie hervorragend.

Dunkles, dichtes Violett; reife, schwarze Kirschen, Brombeeren, Heidelbeeren, leichte Holznote; im Mund mit enorm vielen, aber sehr feinen Tanninen vollbepackt, trotz Adstringenz sehr ausgewogen, schöne Säure, spürbarer, feiner Holzton, sehr dicht, fast endloser Abgang. Spannender und sehr eigenständiger Wein, der auch im Alter von 6 Jahren noch sehr frisch und jugendlich wirkt!

Der Wein ist eigentlich unvergleichlich, aber wer sich trotzdem gedanklich annähern will, der stelle sich eine Mischung zwischen einem nach Kirschen duftenden Chianti classico und einem satten, tanninbetonen aber runden Merlot vor – das geht so ungefähr in die Richtung des Pignolo!

Dieser Wein ist so etwas wie der Inbegriff für Gewächse, wie ich sie in meinem Blog am liebsten beschreibe: qualitativ hervorragend, weit abseits des vereinheitlichten internationalen Stils und (vorliegend mit Fr. 32.00 halbwegs) bezahlbar. Eine echte Trouvaille, die ich immer wieder kaufen werde – das einzig Negative wird sein, dass ich dabei immer an Corona werde denken müssen! Aber gerade deshalb: Viva l’Italia!

http://www.torrerosazza.com
https://www.bindella.ch/de/torre-rosazza-produzent-produkte.html?producer=Torre+Rosazza

Domaine Trong der Cave du Rhodan: (bio-)dynamisch an die Spitze!

Seit 2006 wird die Domaine Trong in Salgesch biodynamisch bewirtschaftet. Das Resultat ist mehr als bemerkenswert. Olivier und Sandra Mounir von der Cave du Rhodan setzen damit Massstäbe!

Die Cave du Rhodan ist natürlich keine Unbekannte. 2017 etwa gewann ihr Petite Arvine 2015 den Grand Prix des Vins Suisse von Vinum in der Kategorie sortenreine Weissweine. Persönlich verfolge ich das Gut seit einiger Zeit, und definitiv fasziniert hat mich ein Besuch auf der Domaine vor zwei Jahren. Das ganze Sortiment ist auf einem enorm hohen Niveau. Vollkommen „outstanding“ fand ich damals den bio-dynamisch produzierten Cornalin von der Domaine Trong, die sich im Besitz der Cave du Rhodan befindet.
Vgl. hier: https://victorswein.blog/2018/05/13/walliser-weine-spitzenklasse/

Sandra und Olivier Mounir von der Cave du Rhodan: „in search of excellence!“

Kürzlich habe ich mir einen Spezialkarton des Gutes („Parkweine“) mit je zwei Flaschen Marsanne, Cornalin und Pinot noir bestellt. Letzerer, Jahrgang 2018, wird hier nicht weiter beschrieben, ist aber von enormer Dichte sowie Finesse, und ohne die sonst so oft gespürte „Brandigkeit“ von Walliser Pinots. Man muss weit suchen, bis man einen besseren „holzlosen“ Pinot aus der Schweiz findet! Persönlich finde ich es freilich fast schade, dass es keine Barrique-Version gibt, das wäre noch eine Dimension mehr!

Die beiden anderen Weine des Paketes, die Marsanne blanche und der Cornalin aus der Domaine Trong, sind nicht nur sehr gut, sondern ganz einfach genial. Den Cornalin habe ich soeben neben einem Maître de Chais von Provins probiert. Dieser ist wahrlich ein toller und sehr empfehlenswerter Wein, aber der Cornalin von der Domaine Trong hat einfach noch eine Dimension mehr – mehr Finesse, mehr Ausdruck, mehr Eigenständigkeit. Es gibt nach wie vor auch eher mässige, rustikale Weine aus dieser Sorte, die dann schon eher an ihren früheren Namen „alter Landroter“ erinnern. Aber Beispiele wie die beiden genannten würden dafür sprechen, den Cornalin zu forcieren – er hätte bestimmt auch im Export grosse Chancen!

Die Marsanne blanche habe ich ohne direkten „Konkurrenten“ probiert, aber natürlich drängt sich ein Vergleich mit einem Wein von der französischen Rhone auf. Und da punktet die Marsanne der Domaine Trong mit Typizität, aber vor allem mit Frisch und Finesse. Dieser Wein spielt definitiv an der Weltspitze mit!

Marsanne blanche 2016, Domaine Trong, Cave du Rhodan
Mittleres Strohgelb; Dörraprikosen, Lindenblüten, frisches Gras, Salbei, Honig; unglaubliche Finesse, dicht, mineralisch, alles in grosser Harmonie, enorme Frische, fast nicht endender Abgang. Genialer Wein, an einen Hermitage erinnernd, aber viel frischer und weniger „fett“.

Cornalin 2015, Domaine Trong, Cave du Rhodan
Mittleres Rot, glänzend; Heidelbeeren, Brombeeren, Kirschen, Boskoop-Apfel, würzig; sehr ausgewogen, mittlere Säure, die feinen Tannine und der kaum spürbare Alkohol bringen das Ganze in ein wunderbares Gleichgewicht. Sehr langer Abgang. In der Nase typisch, im Mund eher untypisch für Cornalin, aber finessenreich und elegant!

Betriebswirte werden zu enthusiastischen Winzern!

Sandra und Olvier Mounir übernahmen das Gut 2007, nach einer kurzen Zeit, in der ein familienfremder Gerant die Cave führte. Beide sind ausgebildete Betriebswirte und entschieden sich zur Aufgabe des ursprünglichen Berufes, weil sie überzeugt waren, dass es mit der Cave du Rhodan besser geht, wenn sie mit familiärem Herzblut geführt wird. Und es geht besser, und wie! Wie Mounir’s „ticken“, geht sehr schön aus einer Beschreibung hervor, welche Olivier in einem lesenwerten Bericht über die Entwicklung des bio-dynamischen Rebbaus auf der Domaine Trong geschrieben hat:
„Bei vielen Spitzenweingütern kommt irgendeinmal die Frage, was man noch verbessern kann. Gerne vergleiche ich das mit Spitzensport. Es kommt der Punkt, da es nicht mehr um Sekunden geht, sondern um Bruchteile. Wie sehen diese im Wein aus? Welche Schritte machen den Bruchteil aus? Es ist das vielzitierte Terroir, das man sucht. Die Seele im Weine, unvergessliche Momente in der Degustation. Aber auch Hardfacts wie das Zusammenbringen der phenolischen Reife und Zuckerreife, ein gesunder Boden – eine enkeltaugliche Landwirtschaft. Und vielleicht den Reiz, sich auch im Weinbau weiter zu entwickeln. Nicht zuletzt auch die Frage, wie man sich abheben kann in der Flut von guten Winzern.“

Herrliche Steillage in Salgesch: Domaine Trong

Das Quäntchen mehr Qualität (wobei man im Fall der Domaine Trong nicht nur von einem Quäntchen sprechen sollte!), das sich Mounir’s vom bio-dynamischen Rebbau erhofften, hat auch sehr viel Einsatz benötigt und blieb nicht ganz ohne Rückschläge. Heute aber zählen die Weine von der Domaine Trong zum Allerbesten, was die Walliser Weinberge zu bieten haben! Und die wirklich guten Weine aus dem Wallis wie diese, gehören für mich zur absoluten Weltklasse!

Einer der kleinen Rückschläge: In den ersten Jahren wurde die Domaine Trong mit einem Pferd bewirtschaftet – und es ersetzte auch gleich den Mäher 🙂 . Aktuell ist dies leider nicht mehr der Fall, es findet sich im Wallis kein Unternehmer, der diesen Service anbietet.

Die Cave du Rhodan hat übrigens im Jahr 2014 für diesen Einsatz auch den Sonderpreis der Zürcher Kantonalbank ZKB für Nachhaltigkeit erhalten. Wenn Zürcher einen Preis ins Wallis vergeben, dann will das etwas heissen!

Den erwähnten Bericht von Olivier Mounir können Sie mit freundlicher Genehmigung der Cave du Rhodan hier einsehen. Es handelt sich nicht um einen wissenschaftlichen Abriss über Biodynamie (soweit das nach heutigem Stand der Wissenschaft überhaupt möglich wäre), sondern um einen höchstpersönlichen Erfahrungsbericht, der gerade deshalb so sehr lesenswert ist!

erfahrung_biodynamik_cave_du_rhodan (1)

Und der Link zum Weingut:
https://rhodan.ch/

Goisot, Côtes d’Auxerre: Liebe auf den zweiten Schluck. Dafür anhaltend!

Côtes quoi? Dass es auch in einem unbekannten Gebiet tolle Entdeckungen gibt, zeigt ein bio-dynamisch hergestellter Chardonnay von Guilhem und Jean-Hugues Goisot, der direkt vor den Toren der Stadt Auxerre wächst.

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Auxerre, nur wenige Kilometer von der Domaine Giosot entfernt: unbedingt besuchenswert!

Beim Weineinkauf probiere ich immer wieder unbekannte Einzelflaschen aus, vorzugsweise von Produzenten oder aus Gegenden, die ich noch nicht kenne. So liess ich mich kürzlich verführen, den Chardonnay „Corps de Garde“ 2015 von Goisot zu kaufen. Dabei erinnerte ich mich vage an einen lange zurückliegenden Bericht in der Revue du Vin de France, in dem der Produzent als „Institution“ im bio-dynamischen Weinbau Frankreichs vorgestellt wurde.

Trotzdem fragte ich mich vor dem Degustieren bloss, ob der Stil des Weines wohl eher in Richtung Chablis neigt (das nur rund 20 Km nördlich liegt) oder ob die Côte d’Or als Vorbild diente. Dass der Wein auch ganz anders vinifiziert sein könnte, kam mir, trotz des Hintergrundes der Biodynamie, naiverweise nicht in den Sinn. Ich war deshalb fast ein wenig vor den Kopf gestossen, als ich den den Wein probierte. Die Düfte der frisch geöffneten Flasche wirkten krautig, würzig und hefig, ich hätte auf einen Savagnin getippt; und im Mund fand ich weder die Finesse eines Chablis noch die rundere, holzbetonte Ausprägung eines klassischen Burgunders.

goisotBloss: Nach einigen Minuten im Glas präsentierte sich ein völlig anderer Wein: Anflug von Mirabellen, aber vor allem nussige und weiterhin grüne Düfte. Und im Mund eine enorme Dichte und ein Anflug von runder Fülle, gepaart mit aussergewöhnlicher Frische. Danach ein fast nicht enden wollender Abgang. Ein grossartiger Wein, in den man sich auf den zweiten Blick (oder mit weniger Erwartungshaltung auch auf den ersten) verliebt. Und das Schönste daran: Der Wein war am zweiten und am dritten Tag nach dem Öffnen noch viel aussagekrätiger und spannender. Unbedingt einige Stunden vor dem Genuss dekantieren!

Das Gut selbst und die Menschen, die dahinter stehen, kenne ich nicht. Offensichtlich sind gemäss meinen Online-Recherchen aber auch die roten Weine, ausschliesslich Pinot noir, von gleich aussergewöhnlicher Qualität.

Aber da Sie alle selbst lesen können, setze ich hier einfach zwei Links, statt abzuschreiben, was andernorts zu Goisot steht. Nebst der Homepage des Gutes ist auch sehr lesenswert, was der deutsche Importeur schreibt. Den Hinweis auf meine Schweizer Kaufquelle unterlasse ich; ich fühle mich angesichts des nun bekannten Euro-Preises abgezockt, aber das passt vermutlich ins Konzept des Käufers, der die Firma kürzlich erworben hat und sie auf Luxus trimmen will.

http://www.goisot.fr/le-domaine.html

https://www.weinhalle.de/goisot.html

Nachtrag: Soeben habe ich festgestellt, dass es in der Schweiz auch einen Importeur gibt, der anständige Preise hat:
http://www.cantinadelmulino.ch

Mein lieber Schwan! „Le Cygne“, weisser Bordeaux vom Feinsten!

Weisse Bordeaux sind entweder gut und sündhaft teuer oder dünn und nichtssagend! Diese bösartige Aussage eines Freundes hat etwas für sich – aber es gibt Ausnahmen, welche die Regel bestätigen. Eine besonders schöne: „Le Cygne“ von Château Fonréaud!

Natürlich war mir Château Fonréaud ein Begriff. Dieses Gut, ein Cru Bourgeois aus Listrac, etwas im Landesinnern und abseits der berühmten Châteaux des Bordelais in Listrac gelegen, kannte ich als verlässliches, aber auch selten grosses Gut für rote Bordeaux (was sich übrigens in den letzten Jahren auch geändert hat, die Roten von Fonréaud haben enorm zugelegt!).

Was mir aber vor bald einem Jahrzehnt im „Relais de Margaux“, einem sehr guten Hotel-Restaurant mit Blick auf Château Margaux empfohlen wurde, war ein bezahlbarer weisser Wein von Fonréaud, genannt „Le Cygne“. Es war sozusagen Liebe auf den ersten Blick, und seither kaufe ich diesen Wein regelmässig. Es ist ein begeisternd frischer, fruchtiger und dichter weisser Bordeaux zu einem vernünftigen Preis. Als Unterschied zu den ganz grossen Weinen war ich immer überzeugt, dass der „Cygne“ früh getrunken werden sollte, weil er vor allem von seiner Frische lebt.

Heute nun habe ich die letzte Flasche des Jahrgangs 2015 geöffnet: Und plötzlich bin ich nicht mehr sicher, ob dieser tolle Wein nicht auch ganz viel Alterungspotential hat. Zu früh getrunken habe ich die anderen Flaschen auf jeden Fall!

Toller weisser Bordeaux zu bezahlbarem Preis (ca. Fr. 25.00): eine wirkliche Trouvaille!

Helles Gelb mit Grünreflexen; in der Nase frisch geschnittenes Gras, Gewürznelken und Korianderkörner, dezenter Anflug von Ananas, Mango und Limetten, ohne exotisch zu wirken, ebenso dezenter Anflug von Holz in Form von Vanille; enorme Frische, spürbarer Süsskomplex (nicht zu verwechseln mit süss!) ohne jede Opulenz, enorm langer Abgang! Grandioser Wein!

Der weisse Schwan – sorry, der weisse Fonréaud – wird aus 60 % Sauvignon blanc, 25 % Semillon und 15 % Muscadelle komponiert. Immerhin 3 Hektar des Gutes sind mit diesen weissen Sorten bepflanzt. Eine echte Trouvaille aus dem Bordelais!

vignobles-chanfreau.com

Conte di Luna 1995 – sensationell jugendlich!

Durch Zufall bin ich in den Genuss eines alten Weins gekommen, der ein Beispiel mehr dafür ist, wie gut Schweizer Gewächse sind – und wie toll sie altern können!

Quizfrage: Wie alt ist dieser Wein? (Conte di Luna von Werner Stucky)? 5 Jahre? 8 Jahre? 10 Jahre? Gar 15 Jahre? Nun gut, im Titel steht es bereits – aber wären sie darauf gekommen?

Ich wollte ihn eigentlich gar nicht, diesen Wein. Ich habe über die Festtage wieder einmal etwas bei „Ricardo“ rumgestöbert und bin dabei auf ein Angebot für einen Conte di Luna von Werner Stucky aus dem Jahr 1995 gestossen. Stucky war, neben Huber und Zündel, einer der Deutschschweizer Neueinsteiger, die den Tessiner Rebbau positiv geprägt und nachhaltig verändert haben.
Vgl. auch hier zu Daniel Huber: https://victorswein.blog/2019/09/29/magischer-abschluss-fur-daniel-huber-mit-einem-merlot-der-weltspitze/

Ich habe auf den Conte di Luna 1995, ein Bordeaux-Blend mit Merlot und Cabernet Sauvignon, zu einem moderaten Preis geboten – und die Flasche blieb mir entgegen der Erwartungen (günstiger als ein junger Jahrgang). Beim Öffnen machte ich mich auf einen bestensfalls noch trinkbaren, aber müden Wein gefasst. Weit gefehlt, er zeigte sich noch in enorm toller Form:

Degustationsnotiz:
Mittleres, leicht gereiftes Rot ohne jeden Braunanteil; in der Nase zuerst sehr verschlossen, nach einigen Minuten an der Luft mit Duft von Lakritze, roten Johannisbeeren, roten Peperoni; im Mund noch voll präsent, etwas spitze Säure, viel sanftes Tannin, wirkt im Antrunk sehr frisch und jugendlich, fällt in der Mitte ein wenig in ein Loch, weist aber danach einen unglaublich langen Abgang aus. Toll gereifter Wein. Ich ziehe den Hut!

Und am Rande vermerkt: Der Conte di Luna 1995 bestand zum Essen problemlos neben Braten mit intensiver Weinsauce sowie Rotkraut! Und ich liess bewusst ein wenig in der Flasche – auch nach einem und zwei Tagen war er noch voll präsent und machte Freude! Genial – und einmal mehr, Schweizer (Spitzen-)Wein ist einfach unterschätzt!

Spezielle Etikette, grossartiger Wein, 25 Jahre jung!

https://cantinestuckyhuegin.ch/cms/de/