Churfranken – deutsches Rotweinparadies in Bayern!

Welches nun wirklich das Rotweinparadies in Deutschland ist, mag offen bleiben. Aber dass Churfranken sich bei der Vergabe dieses Titels still und heimlich in eine Favoritenrolle geschoben hat, ist für mich unbestritten. Das Gebiet am unteren Main hat sich den Erfolg selbst erarbeitet, nicht nur beim Wein, sondern auch in Bezug auf die Attraktivität als Tourismusdestination.

Einen Rekord hält Churfranken schon rein geographisch: Keine Gegend in Deutschland ist weiter von ihrer Landeshauptstadt entfernt. Rund vier Stunden Autofahrt (und per Zug gar mehr als sieben) dauert es bis München. Da liegt Frankfurt näher, kaum eine Autostunde ist es bis dahin. Und selbst Frankreich ist in rund zwei Stunden erreichbar.

Verträumt, aber auch dynamisch. Churfranken, hier am Main mit Blick auf die Steillagen von Klingenberg.

Geniales Standortmarketing.

Kein Wunder also, dass sich diese bayrische Randregion etwas vernachlässigt vorkam und vorkommt. Aber statt zu jammern, hat man hier vor knapp 20 Jahren das Schicksal in die eigenen Hände genommen. Wer noch über ein altes analoges Lexikon vefügt, wird diese Gegend vergeblich darin suchen. Denn Churfranken ist eine Marketingerfindung, aber eine der genialen Sorte. Das Gebiet zählt heute zu Franken, gehörte aber jahrhundertelang zum Kurfürstentum Mainz. Der Name ist deshalb nicht einfach erfunden, sondern geschichtlich abgeleitet. Und gleichzeitig konnte sich das Gebiet damit vom restlichen Franken abheben und eine eigenständige Identität aufbauen.

Der 2007 gegründete Verein Churfanken e.V. kümmert sich aber auch nicht nur um Tourismusförderung, sondern auch um Produkteentwicklung, um die Förderung der lokalen Produzenten (nicht nur, aber auch der Winzer) und engagiert sich zudem im Fachkräftemarketing. Der Verein hat es in weniger als zwei Jahrzehnten geschafft, den Namen Churfranken als Qualitätslabel zu verankern und dem Gebiet ein klares Image zu verschaffen. Ich kenne kein anderes Standortmarketingprojekt, das in so kurzer Zeit so viel erreicht hat. Und das mit gerade mal zwei Angestellten auf der Geschäftsstelle. Hut ab!

Dynamische Winzerinnen und Winzer – und Rotwein auf Buntsandstein.

Ähnlich den Turbo gezündet haben die Winzer der Region. Im Windschatten des Leuchtturms Fürst hat sich eine zumeist junge Winzergilde etabliert, welche ganz hervorragende Weine produziert. Und weil Churfranken in weintechnischer Hinsicht ganz anders gelagert ist als der Rest von Franken, zahlt sich das Standortmarketing auch im Weinbau immer mehr aus. Churfranken verfügt über andere Böden, und auf dem charakteristischen Buntsandstein gedeihen eben auch Rotweine, insbesondere Spätburgunder, besonders gut.

Fürst – die Lokomotive in die Weltklasse.

Wer zum Fürst will, muss demütig hochlaufen. Oder sich in die Höhe chauffieren lassen. Denn das Weingut, das sich unbestrittenermassen zur Weltklasse hochgearbeitet hat, liegt fast zuoberst am berühmten Centgrafenberg. Wer die Weine des Gutes verkostet, kann nur zu Superlativen greifen, bekannterweise bei den Spätburgundern/Pinot Noir, aber genauso bei weissen Sorten wie dem Riesling und dem Chardonnay. Da kommt einem unwillkürlich in den Sinn, dass Churfranken näher bei Frankreich liegt als bei München, und dass eine Fahrt ins Burgund kaum länger dauert als in die Landeshauptstadt.

Herrlicher Ausblick vom Weingut Fürst über den Centgrafenberg nach Bürgstadt.

Qualitätsbesessen, bescheiden und hilfsbereit.

So hoch über dem Ort Bürgstadt das Weingut Rudolf Fürst liegt, abgehoben ist die Familie überhaupt nicht. Paul Fürst hat nicht nur den eigenen Betrieb an die absolute Spitze geführt, sondern stets auch die Region im Auge behalten und sich sehr für die Entwicklung von Churfranken eingesetzt. Selbst ein Taxifahrer erzählte mir ungefragt, dass Churfranken dem Paul Fürst unglaublich viel zu verdanken habe. Gleiches wird von seiner Frau Monika erzählt, und hier gibt es eine schöne Geschichte: Als sie einmal am Samstagabend am Wischen des Hofes war, fuhr ein nobler Wagen vor und fragte nach Paul Fürst. Auf den Hinweis „der ist gerade nicht hier, aber ich bin seine Frau und helfe Ihnen gerne“, wurde ihr schnippisch geantwortet: “ Das stimmt doch nicht, Frau Fürst würde sicher nicht selbst den Hof kehren“!

Erfolgsduo Vater und Sohn, Paul und Sebastian Fürst.

Besonders schön zu sehen ist, dass nun der Sohn Sebastian, welcher den Betrieb 2018 übernommen hat, mit der gleichen Akribie, dem gleichen Qualitätsdenken und der gleichen Suche nach dem Quäntchen mehr Qualität auf dem Betrieb tätig ist. Die Lokomotive wird nicht an Fahrt einbüssen!

Die jungen Verrückten.

Weinbau in Churfranken, das ist in weiten Teilen Arbeit in extremen Steillagen, in welchen oft keine Maschine eingesetzt werden kann und wo selbst der Pflanzenschutz mühsam mit Rücken- oder Schlauchspritzen ausgeführt werden muss. Und trotzdem finden sich nebst den arrivierten Betrieben, welche freie Parzellen übernehmen, immer wieder auch junge Leute, die den Weinbau neu beleben. Der Zwischentitel heisst denn bewusst auch nicht die jungen Wilden. Denn die Jungwinzer sind nicht einfach nur wild, nein, sie wissen, was sie tun, und das mit vollem Einsatz. Sinnbildlich dafür stehen etwa die Weinmaufaktur Till sowie Philip Bernhard. Letzterer hat 2015 den elterlichen Betrieb übernommen und besitzt inzwischen rund 1,5 Hektar Steillagen in Erlenbach und Klingenberg. Diese sind aktuell noch mit vielen verschiedenen Sorten bepflanzt, sein Ziel ist aber, den Spätburgunder zu fördern, weil er in diesem Lagen einfach herrliche Resultate hervorbringt. Dass er auf mehr als gutem Weg ist beweist Vinum. Die Weinzeitschrift adelte ihn im letzten Jahr als die Entdeckung des Jahres in Franken.

Die zwei Aufstrebenden vom Main und die beiden Arrivierten aus Alzenau, von links: Manu Till (Weinmanufaktur Till), Philip Bernhard (Weinbau Philip Bernhard), Bernd Höfler (Weingut Höfler) und Edda Hein-Barnetzki (Hofgut Hörstein).

Bei Till bearbeitet ein junges Paar Johannes und Manu rund eineinhalb Hektar Reben in den Steillagen und stellt eigenen Wein her – und das nebst zwei 100%-Haupterwerben. Da muss man wirklich verrückt sein – oder einfach jung, kräftig und enthusiastisch.

Die Häckerwirtschaften – ein Segen für Geniesser und ein Fluch für die Weinpreise.

Die Weine der Till’s kosten in Anbetracht deren Qualität nur läppische Beträge zwischen Euro 7.80 und 16.00 (letzteres für einen 17-Punkte Pinot Noir aus der Barrique!). Und aus der kleinen Rebfläche werden sage und schreibe 12 verschiedene Weine produziert. Der Grund für diesen – von aussen betrachtet – wirtschaftlichen Unsinn liegt in den Häckerwirtschaften. So heissen in Churfranken die andernorts etwa Buschenschenken, Heckenwirtschaften oder Besenbeizen genannten temporären Restaurant-Betriebe. Die Häckerwirtschaften sind eine tolle Eigenheit von Churfranken. Während einer eingeschränkten Zeit von in der Regel zwei bis vier Wochen werden auf den Weinbaubetrieben eigene Weine ausgeschenkt, und dazu gibt es währschafte, gute Kost. Churfranken e.V. schreibt dazu treffend: „Man setzt sich dazu wo Platz ist, rückt zusammen und kommt in der Regel schnell ins Gespräch mit einheimischen Gästen. Sicher einer der schönsten und genussvollsten Wege, Land und Leute kennen zu lernen.“ Diese Häckerwirtschaften laufen ausgesprochen gut und gehören zur Genusskultur der Gegend. Nicht selten kommen Gäste aus Frankfurt, Darmstadt oder Wiesbaden speziell deshalb hierher. Zudem sprechen sich die Winzerinnen und Winzer mit den Öffnungswochen ab: Praktisch in jedem Ort ist an jedem Tag eine Häckerwirtschaft offen!

Auf diese Weise können die Winzer traditionell einen schönen Teil ihrer Weine mit einer guten Wertschöpfung absetzen. Die Kehrseite ist die, dass Speis und Trank in einer Häckerwirtschaft traditionell günstig sind – und dass auch eine Vielzahl an Weinen angeboten werden muss, um jeden Geschmack zu befriedigen. Teure Weine, so der allgemeine Konsens, würden nicht akzeptiert. Gleichzeitig kann ein Winzer aber ja im Direktverkauf keine höheren Preise verlangen als in der „Häcker“. Und deshalb finden sich auf vielen Weinkarten tolle Gewächse, die eigentlich einen deutlich höheren Preis verdient hätten. Den Weinkäufer zumindest freut es!

Klingenberg – der Bio-Rekord mit einem Anteil von 70 %.

Im Weinberg von Anja Stritzinger, der Bio-Vorreiterin in Klingenberg. Vielfalt statt Einöde!

Ökologie und Nachhaltigkeit sind in Churfranken mehr als Modewörter. In Klingenberg zum Beispiel, werden 24 Hektar – mehr als 70 % der Rebflächen – bereits biologisch bewirtschaftet. Dazu kommen noch Winzer, die biologisch arbeiten, aber nicht zertifiziert sind. Mit dieser rekordhohen Zahl dürfte Klingenberg wohl weltweit ganz nah an der Spitze stehen. Motor dieser Entwicklung war und ist das Weingut von Anja Stritzinger, das schon vor über 30 Jahren umgestellt wurde und auf dem mehrere Jungwinzer in der Methode ausgebildet wurden. Und à propos bio: In den direkt angrenzenden Steillagen von Erlenbach bewirtschaftet Tobias Ott (Weinbau Werner Ott), der auch den „jungen Verrückten“ zuzurechnen ist, seine Reben ebenfalls biologisch. Die Zertifizierung schob er aus finanziellen und bürokratischen Gründen immer wieder hinaus (je kleiner der Betrieb, desto höher liegen die Zertifizierungskosten prozentual zum Ertrag). Seit dem letzten Jahr ist er jetzt aber auch offiziell ein Bio-Betrieb. Seine Begründung spricht Bände: „Heutzutage erzählt der umweltfeindlichste Bauer, er arbeite ökologisch und nachhaltig. Von diesem Greenwashing wollte ich mich mit der Zertifizierung bewusst abheben“.

Die Steillagen von Klingenberg von oben – mit einem Bio-Anteil, der auch ganz oben liegt.

Der Nordfriese in seiner neuen Heimat.

Sich abheben, das gilt auch für Bastian Hamdorf. Auch er gehört zur Bio-Gilde in Klingenberg, aber Winzer zu sein wurde ihm nicht gerade in die Wiege gelegt. Sein Werdegang zeigt, dass Churfranken auch für nicht Einheimische reizvoll ist. Er ist Friese, auf der Insel Föhr geboren, liess sich dann in Geisenheim ausbilden und holte sich weltweit Praxis in führenden Betrieben, u.a. bei F.X. Pichler. Seit 2016 ist er in Klingenberg selbständig. Auf rund 2 Hektar Steillagen gedeihen Silvaner, Riesling und selbstverständlich Spätburgunder. Abheben gilt aber auch für seinen Blaufränkisch, ein toller Wein der zeigt, dass hier auch für diese Sorte ein Potential besteht. Vielleicht wird das ein weiterer Mosaikstein im Rotweinparadies?

Ein Wein namens „Frosty“. Humor ist, wenn man das Beste aus zwei Frostnächten macht.

Das Jahr 2024 war für das ganze Gebiet eine Katastrophe. Zwei aufeinanderfolgende Spätfröste zerstörten grosse Teile der Ernte, teils sogar auf besonders frustrierende Art, erforen doch aufgrund des Kleinklimas am einen Tag die unteren Lagen – und am anderen die oberen. Dass man selbst aus einer solchen Situation noch das Beste machen kann, beweist Christian Herkert vom Bio-Weingut Hofmann-Herkert, der sein Handwerk übrigens bei Paul Fürst gelernt hat. Er vinifizierte kurz entschlossen einfach alle weissen Trauben die noch anfielen gemeinsam und nennt sie „Frosty“. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Der Wein ist sehr spannend und süffig, nicht mit so viel Tiefgang wie der Rest des Sortimentes, aber 16 Punkte verdient dieser (nicht)-Frostwein ohne Weiteres.

Gekeltert, was der Rebberg noch hergab: Eine Cuvée aus Chardonnay, Silvaner, Gewürztraminer, Sauvignon Blanc und etwas Muskateller. Könnte man auch in Nicht-Frostjahren machen!

Die geographischen Aussenseiter – spannend, und mehr als nur Ergänzung.

Die klassischen Weinlagen Churfrankens liegen steil über dem Main oder – wie etwa der Hundsrück – nahe am Fluss, aber in einem Seitental. Eine Ausnahme dazu bilden die Lagen in Grossostheim, wo das Weingut Höflich hinter Wäldern versteckt spannende, charatervolle Weine herstellt. Die meisten Weine des Guts sind trocken, aber von Frank Höflich stammt der coole Spruch, „viele Leute mögen halbtrockene Weine, aber auf dem Etikett sollte lieber trocken drauf stehen“. Auf diesem Betrieb denkt man auch schon weiter. Man hat inzwischen auch Piwi-Sorten gepflanzt, vor allem als Vorsorge für allfällige neue Vorschriften. Und man experimentierte auch mit dem Lyra-System bzw. verglich dieses mit dem herkömmlichen.

Sanfte Hügel etwas abseits des Mains in Grossostheim.

Auch auf der anderen Seite des Mains gibt es noch einige versteckte Weinberge in Seitentälern, etwa in Rück bei Elsenfeld, woher wir den sehr überzeugenden, frischen Pinot Noir vom Rücker Schalk von Daniel Weinfurtner kosten konnten.

Alzenau, die Heimat des Krönungsweins von Queen Elisabeth: mIt dem halben Bein in Hessen, aber der Seele in Churfranken.

Eine ganz spezielle Stellung nehmen die Winzer aus der Region Alzenau ein. Dieses Gebiet gehört nämlich nicht zu Churfranken, aber die Winzer geniessen sozusagen Gastrecht bei Churfranken e.V., wenn es um Wein geht (sie sind Kooperationspartner und können sich an allen Wein-Marketingmassnahmen beteiligen). Das ist eine Win-Win-Situation, an der sowohl die Winzer aus Churfranken wie auch aus Alzenau interessiert sind. Denn für beide – nur etwa 25 Kilometer auseinander liegende – Gebiete greift der Werbeslogan „Silvanerheimat Franken“ zu kurz. Zwar wird in Churfranken durchaus auch (sehr guter) Silvaner produziert, aber der Anteil der Sorte an der Gesamtfläche beträgt nur rund 10 % – während, anders als im übrigen Franken, fast die Hälfte der Flächen mit roten Sorten bepflanzt sind – und 30 % allein mit Spätburgunder. Diese Sorte spielt auch in Alzenau eine wichtige Rolle, wie zudem der Riesling, mit dem etwa das Weingut Höfler mit dem GG Apostelgarten einen grossartigen Beweis der Klasse aus diesem Gebiet liefert.

Einen besonderen Wein präsentierte das Weingut Hörstein aus Alzenau. Eine Spätburgunder Beerenauslese aus dem Hörsteiner Abtsberg mit 44 g Restsüsse – wunderbar. Aus dieser Lage stammte übrigens der seinerzeitge Krönungswein von Queen Elisabeth!

Bürgstadt – Spätburgunder-Hauptstadt Deutschlands.

Zurück in Churfranken und am Main überspringe ich Grossheubach. Hier hatte ich bereits über das Weingut Kremer, den Gewinner des Preises „Best of Franken“ bei den Rotweinen, einen ausführlichen Beitrag publiziert.
Weingut Kremer aus Churfranken: die Siegertrophäe „Best of Franken“ in der Hand und eine Prinzessin im Haus! – Victor’s Weinblog

Ausdruck des Glaubens an die Zukunft des Weinbaus in einer grossen Lage: Vier Winzer (u.a. Fürst und Walter) haben verlassene kleine Rebparzellen in der Lage Hundsrück gemeinsam in teils schwierigen Verhandlungen gekauft, dann unter sich aufgeteilt, und nun entstehen neue, vielversprechende Rebflächen. Das Bild zeigt auch examplarisch den roten Buntsandstein, und die Trockensteinmauern.

Spätburgunder-Hauptstadt? Wahrscheinlich darf ich mich nach dieser Aussage in Assmannshausen oder an der Ahr nicht mehr blicken lassen, aber Bürgstadt als Pinot-Hauptstadt des Landes zu bezeichnen, ist keinesfalls abwegig. Mit dem Centgrafenberg und dem Hundsrück verfügt der Ort über zwei Lagen, welche ganz grosse Spätburgunder hervorbringen. Und dabei geht es längst nicht nur um die Weine von Fürst. Allen voran ist das Weingut Josef Walter zu nennen, welches seit Jahren ganz vorne mitmischt und mit dem Spätburgunder J 2019 aus dem Hundsrück einen Wein vorstellte, den man mit seiner Brillanz, Kraft und auch Eleganz einfach nur als genial bezeichnen kann. Der Wein ist übrigens in fränkischer Eiche gereift. Qualitätsarbeit oder besser -kunst liegt offenbar in der Familie: Seniorchef Christoph Walter ist ein Cousin von Paul Fürst! Walter erreichte übrigens am vorhin erwähnten „Best of Franken“ den zweiten Platz, und mit dem Weingut Giegerich aus Grosswallstadt auf dem dritten Platz wurde der Triumph Churfankens perfekt.

Pinot-Kunst in Vollendung: Der Spätburgunder J 2019 vom Hundsrück; Weingut Walter, Bürgstadt.

In Bürgstadt starten die Jungen durch.

Aber auch weitere Güter in Bürgstadt unterstreichen die These der Spätburgunder-Hochburg mit ganz tollen Weinen. Namen wie Weingut Sturm, Weingut Stich im Löwen und Weingut Hench (Biobetrieb) muss man sich merken, dies umso mehr, als in allen Betrieben (wie auch bei Walter) eine junge Generation übernommen hat oder bald übernehmen wird – und teilweise auch schon eine eigene Weinlinie aufgebaut hat.

Ein Teil der Bürgstädter Elite, von links: Felix Sturm (Weingut Sturm), Christoph Walter (Weingut Walter) und Burkhard Hench (Weingut Hench).

Wenn selbst der Bacchus überzeugt.

Gleiches gilt auch für das Weingut Helmstetter, einem Betrieb mit angeschlossenem Hotel-Restaurant. Auch hier steht der Sohn in den Startblöcken. Der Vater ist ein Unikum und scheute sich nicht, einem früheren Bürgermeister ein lebenslanges Lokalverbot zu erteilen, weil er sich ungerecht behandelt fühlte. Und uns Weinschreiber hielt er ein wenig zum Narren: Weil wir seinen Sauvignon Blanc als in den Aromen nicht eben sortentypisch bezeichnet hatten, öffnete er hinter den Tresen eine andere Flasche. Wir alle fanden den Wein süffig und eher SB-typisch – bloss hatte uns Max Helmstetter einen Bacchus serviert! Eingeschenkt wurde auch ein bemerkenswerter Sekt, was mich zum abschliessenden Hinweis bringt, dass mehrere der Betriebe auch sehr gute Schaumweine anbieten.

Salat gibt es im Restaurant der Helmstetters aber bei passender Gelegenheit auch …

Viel Spielraum für eigene Wein-Entdeckungen.

Die vorstehenden Beschreibungen betreffen einen Grossteil der Weingüter bzw. deren Weine, die ich während drei Tagen im Gebiet kennenlernen durfte. Das Gebiet lässt aber durchaus Spielraum für zusätzliche eigene Entdeckungen. Eine Liste mit allen Winzerinnen und Winzern finden Sie auf der Homepage von Churfranken e.V., Link siehe unten.

Churfranken – Genuss, Kultur und Natur, perfekt für Urlaub.

Ideales Gebiet für kleinere und grössere Wanderungen, sowohl in den Rebbergen (hier bei Klingenberg), am Main oder im Odenwald bzw. Spessart.

Entdeckungen ist zudem ein Stichwort, das sich auf Churfranken als Urlaubsregion bezieht. Allein das wunderbar erhaltene pittoreske Städtchen Miltenberg ist eine eigene Reise wert. Ich habe mich in nur drei Tagen ein wenig in das Gebiet verliebt, verstärkt noch durch die An- und Abreise auf verschiedenen Routen durch den direkt angrenzenden Odenwald – und dem Wissen, dass nördlich davon gleich der Spessart liegt. Das Wirtshaus im Spessart harrt noch meiner persönlichen Entdeckung!

Nachfolgeartikel sind garantiert – etwa zu Frühburgunder und Schwarzriesling.

Und zu guter Letzt, nochmals zum Stichwort Entdeckung: Ich werde später in meinem Blog auf Churfranken zurückkommen und über spannende Weine berichten, die ich vorstehend ausser Acht gelassen habe, die aber zweifellos „alles ausser gewöhnlich“ sind. Denn ich konnte auch grossartige Frühburgunder probieren, die total begeisterten. Gleiches gilt für Schwarzriesling (der einzige „Riesling“, der aus der Pinot-Familie stammt – es ist der Pinot Meunier). Ohne damit die hohe Qualität der Weissweine aus Churfanken schmälern zu wollen, aber auch damit wird unterstrichen, dass das Gebiet eine richtige Rotweinhochburg ist – und das im Bierland Bayern.

Wobei Bier auch kein schlechtes Stichwort ist für Churfranken ist. In Miltenberg gibt es eine bemerkenswerte Brauerei namens Faust, die im letzten Jahr als die beste in Deutschland ausgezeichnet wurde. Das allein wäre natürlich in einem Weinblog noch keine Zeile wert. Aber es gibt da ein ganz spezielles Bier, das einen direkten Bezug zu Wein aufweist. Auch dazu später mehr.

Links:

Liste der Weingüter in Churfranken:
Winzer & Weingüter in Churfranken

Churfranken als Tourismusdestination:
Service & Videos

Und die direkten Links zu den Weingütern (Abfolge gemäss vorstehendem Artikel, Reihenfolge ohne Wertung):
Weingut Rudolf Fürst
Philip Bernard – Weinbau
Wein | Weinmanufaktur Till | Emil-Hartig-Str. 11, Elsenfeld-Schippach
Weinbau Stritzinger aus Klingenberg präsentiert sich und seine Frankenweine Online
Weinbau Werner Ott
Weingut Bastian Hamdorf: ökologischer Terrassenweinbau – Weingut Bastian Hamdorf
Weingut Hofmann – Herkert natürlich – fränkisch – gut – Weingut Hofmann-Herkert
https://www.weingut-hoeflich.de/
Weinbau Weinfurtner |
Weingut Höfler, Michelbach
Weingut | Hofgut Hörstein | Alzenau
Home – Weine Genussregion Churfranken – Weingut Kremer
Weingut Giegerich Großwallstadt Churfranken
Start (Weingut Josef Walter)
Weingut Sturm | Bürgstadt | Franken
Weingut Stich in Bürgstadt – Frankenwein vom Winzer | Home
Herzlich Willkommen (Weingut Hench)
Weingut Helmstetter | Main Vinotel


Interessennachweis:
Alle Weine wurden auf den Weingütern oder beim Abendessen im Rahmen einer Pressereise auf Einladung von Churfanken e.V. degustiert.

2 Gedanken zu “Churfranken – deutsches Rotweinparadies in Bayern!

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