Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hat einen Vorschlag zu einer neu geplanten Regelung für die Importkontingente von Wein in die Vernehmlassung gebracht. Die neuen Verteilregeln wären so absurd, dass selbst die NZZ von einer „Schnapsidee zum Weinen“ geschrieben hat. Wehren wir Weinfreunde uns gemeinsam dagegen!
Gemäss Vereinbarung der Schweiz mit der WTO kann eine gewisse Menge an Wein zu einem reduzierten Zollansatz importiert werden. Das entsprechende Kontingent steht allen offen, wurde aber noch nie ausgeschöpft.
Weltfremder Vorschlag.
Das WBF schlägt nun aber neu vor, dass eine Zuteilung nach der «Inlandleistung» erfolgen soll. Insbesondere die geplante Umsetzung ist schlicht absurd! So soll nur noch ein Importkontingent erhalten, wer Schweizer Trauben kauft und auch keltert. Die beiden Bedingungen müssen kumulativ erfüllt sein! Das bedeutet nichts anderes, als dass selbstkelternde Winzerinnen und Winzer, aber auch Weinhändler, die selbst auch Schweizer Wein aus eigenem Besitz herstellen, vom System ausgeschlossen sind. Von den etwa 1500 Kellereibetrieben der Schweiz wären deshalb rund 2/3 ausgeschlossen!
Neue «Sofahändler» – und die Winzer profitieren nicht.
Das System würde deshalb vor allem grösseren Kellereien zu einem Zusatzeinkommen verhelfen, denn die Kontingente wären handelbar, könnten also weiterverkauft werden.
Die Situation der Winzer würde sich damit kaum verbessern, vermutlich gar im Gegenteil. Denn die Marktmacht der Kellereien würde damit noch grösser – sie müssten zwar, um zu Kontingenten zu kommen – möglichst viele Trauben aufkaufen. Den Wein schliesslich absetzen müssten sie aber trotzdem, und das ginge in der aktuellen Marktlage fast sicher nur über den Preis. Das Resultat wäre mit hoher Sicherheit, dass der Traubenpreis für die Winzer noch weiter sinken würde. Und die Grossverteiler ihrerseits hätten genug Marktmacht, um zu günstigen Zertifikaten zu gelangen – sie könnten somit weiterhin ausländischen Wein importieren und billig anbieten.
Verständnis für die Situation der Winzer – aber diese Variante hilft niemandem.
Die Petition richtet sich deshalb ausdrücklich nicht gegen die Schweizer Winzerinnen und Winzer jeglicher Herkunft – im Gegenteil! Deren schwierige Lage anerkenne und bedaure ich ausdrücklich, aber das neu geplante System würde daran meiner Meinung nach nichts ändern. Das WBF und die gesamte Weinwirtschaft wären gut beraten, nach vernünftigen Instrumenten zur Verbesserung der Situation im Weinbau zu sorgen! Für mehr Details verweise ich gerne auf zwei frühere Beiträge in meinem Blog (Links unten).

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Die Petition wurde auf der gemeinnützigen Plattform openPetition erstellt. Der Anbieter gilt als sehr seriös. Beim Einreichen der Petition werden dem Bundesamt nur Ihr Name und Ihre Adresse übermittelt. Ihre E-Mail-Adresse sehe auch ich selbst nicht. Ich kann – und werde, wenn ich die Petition eingereicht habe – aber mit Ihnen via Ihre E-Mail in Kontakt treten, die Nachricht wird ab dem Server von openPetition generiert. Sie brauchen also keinerlei Bedenken über einen möglichen Missbrauch ihrer Mail-Adresse zu haben. Für Details: https://www.openpetition.eu/ch/content/faq
Links zu den erwähnten vorherigen Beiträgen:
Par malheur: Bundesrats-Winzer Parmelin bereitet den Weinskandal der anderen Art vor! – Victor’s Weinblog
Berichte über neu geplantes Importregime für Wein: Sturm über dem Genfersee. – Victor’s Weinblog
Interessennachweis:
Ich bin weder institutionell noch finanziell in irgend einer Weise mit Weinhändlern oder Winzern oder anderen interessierten Kreisen verbunden. Die Lancierung der Petition erfolgt ausschliesslich deshalb, weil ich den Vorschlag des VSW vollkommen absurd finde.