Immer mehr Winzer in Baden vermarkten ihre Weine als Landwein. Weil sie Individualität wollen und keine von Vorschriften eingeschränkte Mainstream-Ware. Sie wollen ihre Produkte nicht in ein Korsett aus Vorschriften für Qualitätsweine pressen lassen. Sie setzen auf die Individualität und den Charakter ihrer Weine – und damit auf ein anderes Qualitätsverständnis abseits konventioneller Regeln.
Normalerweise bin ich zurückhaltend mit Veranstaltungstipps, weil das nur bedingt zu meinem aktuellen Blog-Konzept passt. Aber für den Badischen Landweinmarkt mache ich gerne und schon zum zweiten Mal eine Ausnahme. Denn was hier am Freitag, 24. April in nächster Nähe zur Schweizer Grenze gezeigt wird, ist aussergewöhnlich und deshalb auf jeden Fall einen Besuch wert.
Ziereisen, Greiner, Kuhn, Shelter, Wasenhaus – und 22 Winzerinnen und Winzer mehr.
Wann hat man schon die Gelegenheit, die Weine des „Chef-Rebellen“ Ziereisen zu probieren? Aber die Veranstaltung ist weit mehr als eine Show der Wein-Charakterköpfe Hanspeter und Edeltraud Ziereisen (und ihrer „Kinder“). Auch über Maximilian Greiner habe ich in meinem Blog schon berichtet, zu Florian Kuhn aus Freiburg gab es eben in einer Weingruppe einen begeisterten Beitrag und auch Güter wie Shelter-Vinery und Wasenhaus haben sich bereits einen Namen gemacht. Aber es geht an dieser Veranstaltung viel weiter: 27 Winzerinnen und Winzer zeigen ihre Weine!
Aber warum überhaupt „Landwein“ – eigentlich die tiefste Qualitätsstufe, die indessen vorliegend zur spannendsten und vielleicht auch besten wird? Die Winzer-Rebellen haben sich den standardisierten Vorgaben mit der Deklaration ihrer Produkte als Landwein entzogen und folgen jenseits gängiger Konventionen ihrer eigenen Vision von Qualität. So nutzen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die stilistischen Freiheiten der Kategorie Landwein gezielt, um Charakterweine zu produzieren, die oft auf minimale Intervention oder auch „Natural Wine“-Stilistiken setzen.

Perfektes Handwerk – und weniger, aber besser.
Mitinitiator Hanspeter Ziereisen bringt es auf den Punkt: „Uns geht es um den puren Wein, um das Handwerk und um Charakter – genau das suchen die Leute heute. Unsere Teilnehmer beweisen, dass Landwein ein Synonym für außergewöhnliches Handwerk ist. Der Trend ‚Weniger, aber besser‘ spielt uns in die Karten, weil die Leute bereit sind, für echte, unverfälschte Produkte auch faire Preise zu zahlen.“ Und während der Gesamtweinmarkt bekanntlich rückläufig ist, erleben die Rebellen schöne Erfolge.
Badischer Landweinmarkt in Eimeldingen
am 24. April 2026 von 14 bis 18.30 im Gasthaus zum LOEWEN, Hauptstraße 23, 79591 Eimeldingen (direkt neben dem Bahnhof Eimeldingen)
Eintritt: 20 Euro, Glaspfand 25 Euro, Bitte Barzahlung (Tageskasse ab 13.30 Uhr geöffnet)