Weingut Vollmayer: in jeder Hinsicht ganz oben! Geniale Weine aus Deutschlands höchsten Weinlagen.

Vollmayer – dieser Name war bisher nur lokal auf dem Radar von Weinfreunden und erhielt wenig Aufmerksamkeit von der Weinpresse. Das wird sich ändern, denn was die vierte Generation auf dem Weingut mit den höchstgelegenen Weinlagen Deutschlands leistet, ist schlicht grossartig.

18,5 Punkte zum Auftakt.

Mittleres Gelb; sehr breit gefächerte, ungemein feine Frucht von Zitrus über Birne, Aprikose und Mirabelle bis hin zu einer Nuance von Papaya; im Mund von enormer Frische, sehr saftige Säure, äusserst elegant aber gleichzeitig auch dicht und kraftvoll, mit sehr langem Abgang. Grandioser Wein, den man blind ohne Weiteres im Burgund ansiedeln würde.18,5 Punkte!

Beim beschriebenen Wein handelt es sich den «Chardonnay höchste Lage» vom zweiten Lesedurchgang des Jahres 2024, aus einer neuen Barrique verkostet, wo der Wein inzwischen knapp zwei Monate ruht. Dieser Wein ist ganz einfach begeisternd gut.

Alle – einfach alle – Weine verdienen Bewunderung.

Ich habe bewusst für einmal mit einer Degustationsnotiz begonnen, im Wissen darum, dass das nachfolgende Portrait des Weinguts und der Familie Vollmayer eher lang ausfällt. Lesen Sie unbedingt trotzdem bis am Schluss des Beitrags – es gibt da noch für einen weiteren Wein 18,5 Punkte und für alle anderen der 14 degustieren Weine ebenfalls höchste Lorbeeren.

Blick auf die Hegau-Vulkane. Rechts im Bild ist der Hohentwiel, an dessen Fuss sich das Weingut Vollmayer befindet. Das Bild entstand von meiner Wohngemeinde aus; kaum fassbar, dass es so nah ein Weltklasse-Weingut gibt, von dem ich bisher nichts wusste!

Dass das Weingut Vollmayer bisher in der Weinwelt kaum gross wahrgenommen wurde, ist wenig erstaunlich, denn wer interessiert sich schon für einen Weinbaubetrieb im Hegau? Und selbst wenn man Vollmayer’s zum Bodenseegebiet zählt (von einem der Rebberge hat man Blick auf den See): Auch dieses Weinbaugebiet galt bisher kaum als qualitative Hochburg Deutschlands (was sich aktuell übrigens auch gerade ändert). Dabei wurden auf dem Weingut Vollmayer schon seit Jahrzehnten die Grundlagen für Spitzenweine geschaffen. Oder eigentlich schon seit fast einem Jahrhundert.

Pionier am Fusse des Vulkans

Am Hohentwiel, diesem erloschenen Vulkan, wurde zwar nachweislich schon vor mehr als tausend Jahren Rebbau betrieben. Nach dem Auftreten der Reblaus war der Hügel aber nicht mehr bestockt. Der Neuanfang begann 1928: Der Urgrossvater der heutigen Winzerinnen-Generation, Robert Vollmayer, pflanzte damals als Pioniertat die ersten neuen Rebstöcke am Vulkan. Allerdings musste er diese kurz darauf an den Besitzer des Landes abtreten.

Monopollage am Elisabethenberg – höchste Weinlage in Deutschland!

Was damals ein Nackenschlag war, erwies sich langfristig als Glücksfall. Denn entmutigen liess sich Robert Vollmayer nicht, vielmehr pflanzte er etwas weiter westlich am Elisabethenberg erneut Reben. Diese Lage mit heute rund 10 Hektar befindet sich in Bewirtschaftung der Vollmayers und bildet das Kernstück und Bijou des heutigen Weinguts. Das Tüpfchen auf dem i ist die oberste Hanglage, wo der Boden sehr karg ist. Georg und Beate Vollmayer legten mit der Bepflanzung nicht nur die Basis für die heutigen Top-Weine (der beschriebene Chardonnay stammt von dort), sondern sorgten auch dafür, dass sich Vollmayers stolz rühmen dürfen, auf 560 Metern über NN die höchstgelegene Weinlage in Deutschland zu besitzen! (Ergänzung für Erbsen- bzw. Rebstockzähler: Es soll im Allgäu seit einigen Jahren auf 860 m Höhe eine kleine Mikro-Bepflanzung von 500 m2 geben)

Deutschlands höchste Weinlage: der Elisabethenberg an den Hängen des Hohentwiel.

Georg und Beate Vollmayer, die weitsichtige dritte Generation.

Überhaupt hat die dritte Winzergeneration mit viel Umsicht und Pioniergeist eine Basis gelegt, auf der die vierte Generation – Lisa, Isabell und Desirée Vollmayer – nun voll durchstarten kann. Schon sehr früh wurden auf dem Gut nebst den früher gängigen Sorten Müller-Thurgau und Spätburgunder auch Reben der anderen Burgundersorten gepflanzt, auch der Riesling gehört trotz Höhenlage schon lange zum Sortiment, und auch einige Flächen mit Piwi’s stehen schon länger. Insgesamt werden am Hohentwiel 15 Hektar Weinbergsfläche bewirtschaftet, das Betriebsareal beträgt aber, inkl. wertvoller Magerwiesen und Wälder, gesamthaft 22,5 Hektar.

Vulkangestein und geringe Erträge als Schlüssel zu Spitzenweinen.

Auf dem Weingut stehen deshalb sehr viele der Reben im qualitativ besten Alter. Und die junge Generation denkt nicht daran, diese bald zu ersetzen, auch wenn sie schon 35- oder gar 50-jährig sind. Während andernorts schon nach rund 30 Jahren neu bepflanzt wird, ist man bei Vollmayers sicher, dass eine Spitzenqualität vor allem mit alten Reben zu erreichen ist. Dazu trägt auch der spezielle Boden bei. Zumindest in den tiefer gelegenen Lagen ist reichlich Humus vorhanden. Aber darunter liegt das reine Vulkangestein, welches in deutschem Rebgebiet einzigartig ist und die Reben auch zum Kämpfen zwingt. Das tiefe Wurzeln der Reben wird zudem gefördert, indem in regelmässigen Abständen der Boden bis auf eine Tiefe von rund 2 Metern gelockert wird, was nicht nur einer Verdichtung entgegenwirkt, sondern auch bodennahe Wurzeln kappt und die Rebe somit zwingt, noch tiefer nach Wasser zu suchen. Die an den höchsten Lagen gepflanzten Reben hatten übrigens fast ein Jahrzehnt aufgrund von Wassermangel Mühe mit dem Wachstum und dem Ertrag. Erst nachdem die Reben tief genug gewurzelt hatten, waren gute Erträge möglich.

Aber was heisst schon gut: Bei Vollmayers liegt der durchschnittliche Ertrag pro m2 bei etwa 500 g, was weit unter zum zulässigen Mass liegt. In den tieferen Lagen sind es etwas mehr, in den höchsten aber bloss rund 300 g, was dann durchaus «burgundischen Grands Crus-Verhältnissen» entspricht.

Charakteristisches Vulkangestein im Bereich der „höchsten Lage“ – einer der Schlüssel zur Spitzenqualität. Das sieht fast aus wie im Gebirge, liegt aber auf 560 m über NN.

Biologisch aus Überzeugung – und als Vorreiter

Im Jahr 2008, nachdem Georg schon jahrelang experimentiert hatte, erfolgte die Umstellung auf die biologische Bewirtschaftung, ein Entscheid, bei dem die Töchter noch nicht mitwirkten, um den sie aber ihrem Vater sehr dankbar sind. Die Umwelt ist bei Vollmayers ohnehin ein wichtiges Thema. Die Reben sind umgeben von einem Naturschutzgebiet, mit entsprechender Sorgfalt wird hier bewirtschaftet. Und der Erfolg mit Bio hat sogar dazu geführt, dass die Reben das Staatsweingutes Meersburg am benachbarten Olgaberg in Singen nun ebenfalls biologisch bewirtschaftet werden. Bei Vollmayers stehen inzwischen auch einige kleine Feigenbäumchen, und geplant ist auch die Pflanzung grösserer Bäume im Sinne einer agroforstlichen Ausrichtung.

Lisa, Isabell und Desirée: Die vierte Generation Vollmayer bewahrt und startet trotzdem ein Feuerwerk!

Die vierte Generation ist weiblich – und voller Qualitätsstreben und Tatendrang. Zwei der drei Vollmayer-Töchter haben eine Ausbildung in Sachen Wein und auch viel Erfahrung in Spitzenweingütern gesammelt. Lisa studierte Weinbetriebswirtschaft und ist ausgebildete Sommelière und Desirée Oenologin. Und auch Isabell ist Teil des Teams, sie leitet die dem Weingut angegliederte «Weinvilla», wo man stilvoll übernachten und sich wohlfühlen kann.

Lisa (rechts) und Desirée (links) Vollmayer: mit Leidenschaft zu Spitzenweinen.

Die ganze Familie arbeitet als Team, und wenn man das vor Ort erlebt hat, glaubt man gerne, dass Entscheide und auch Meinungsverschiedenheiten immer gemeinsam am Mittagstisch gefällt bzw. ausdiskutiert werden. Die Eltern Georg und Beate liessen die jungen Frauen auch sehr früh eigene Wege gehen und experimentieren. Die Töchter hatten deshalb schon länger eine eigene Weinlinie geschaffen. Sie sind sich der Tradition aber durchaus bewusst. So will man dem Müller-Thurgau die Treue halten, «weil er einfach zum Weingut gehört». Allerdings setzen die Töchter dann halt auch «noch einen drauf»: Ausgerechnet diese Sorte mit dem schlechten Image wird (nebst Sauvignon Blanc) für die Vorzeigelinie «vom Vulkan» verwendet!

Es sprüht vor Dynamik und Enthusiasmus.

Wenn man heute Lisa und Desirée zuhört, kann man gar nicht anders, als fasziniert sein. Da ist so viel Enthusiasmus und Freude spürbar; die Stimmung auf dem Weingut ist richtig ansteckend! Und beide verfolgen offensichtlich auch die gleiche Philosophie: Neues ausprobieren, die kleinsten Dinge beachten, um den Wein noch besser zu machen, Austesten und das Beste weiterführen – und auch einmal etwas riskieren.

Beispiele gefällig?

  • Die meisten Weine werden heute mit den Wildhefen vergoren und bleiben bis mindestens im Februar auch auf der Vollhefe liegen. Das ist zwar ein gewisses Risiko (das aber durch regelmässige Kontrollen minimiert werden kann), gibt dem Wein aber mehr Fülle und Charakter.
  • Der Einsatz von Holz ist wichtig, muss aber dem Wein angemessen sein. So wird von vielen Weinen der Grossteil im Stahltank ausgebaut; ein kleiner Teil aber zudem im meist gebrauchten Holz, um dem Wein noch eine weitere spannende Komponente mitgeben zu können. Und bei den reinen Barrique-Weinen hat man lange mit verschiedenen Fässern unterschiedlicher Herkunft und Produzenten experimentiert. Inzwischen hat sich für jeden der Weine zwar ein Favorit herauskristallisiert, aber es wird weiterhin auf eine gewisse Differenzierung gesetzt. Die neuste Idee ist, einige Barriques aus den eigenen Eichen herstellen zu lassen.
  • Der ideale Lesezeitpunkt wird akribisch festgelegt. Und oft werden deshalb nur Teile einer Parzelle gelesen, was für den gleichen Wein durchaus zu drei Lesedurchgängen führen kann.
  • Bei der Laubarbeit wird experimentiert und perfektioniert. Weil die Pflanzen zum Blütezeitpunkt besonders anfällig sind, wird im untersten Bereich sehr früh entlaubt, damit die biologischen Pflanzenschutzmittel auch wirklich zu den Gescheinen vordringen können. Weil anschliessend die nächstoberen Blätter sich weiterentwickeln, entsteht später im Jahr trotzdem ein Schutz gegen die heisse Sonne.

Terroir – mehr als ein Marketing-Gag

Terroir pur: Die „höchste Lage“, karger Boden über Vulkangestein.

Und schliesslich noch das: Lisa und Desirée sind überzeugt, dass es möglich ist, den Charakter einer Lage perfekt herauszuarbeiten. Terroir-Denken heisst das andernorts, ist aber nur zu oft mehr Marketing als Realität. Die bereits erwähnte selektive Lese und anschliessende separate Vinifikation von kleineren Teilen einer Parzelle, wo die Trauben in perfekter Reife sind, ergibt später auch die Möglichkeit, Unterschiede verschiedener Mikro-Lagen festzustellen. Ich durfte das im Keller selbst erleben: Die Chardonnays aus der höchsten Lage des zweiten und des dritten Lesedurchgangs weisen klar spürbare Unterscheide auf.

Schlicht und einfach Weltklasse!

Zu dieser Philosophie passt perfekt ein Projekt, mit dem die Vollmayers definitiv Furore machen werden: die Linie Rennweg. Der Rennweg ist eine separate, aber immer noch nahe des Gutes gelegene, steile Lage am Süd-Südwesthang des Hohentwiel. Ich konnte den Weissburgunder und den Spätburgunder des Jahres 2023 verkosten: Spätestens damit setzen sich Lisa und Desirée definitiv in der Elite der deutschen Winzerinnen und Winzer fest! Und damit natürlich auch mitten in der internationalen Spitze!

Und es sind eben auch nicht nur diese Spitzenweine, die restlos überzeugen. Das ganze Sortiment ist grossartig. Die Weine aus der Berg- und der Gutlage sind auch preislich noch moderat, und im Verhältnis zur Qualität geradezu aussergewöhnlich.

Und in diesem Sinne muss ich den Titel zu diesem Beitrag relativieren: Preislich sind die Vollmayers übrhaupt nicht ganz oben, was hoffentlich zumindest für die „normalen“ Linien auch so bleibt. Die Spitzen-Crus freilich werden bald „Kult“ sein – wetten?

Alle Degustationsnotizen:

Ein Ausschnitt aus der Parade dieser grossartigen Weine.

Zum Einstieg zuerst die Fassprobe aus der zweiten Barrique mit dem «Chardonnay höchste Lage» des Jahres 2024, diesmal aus der dritten Lese (vgl. Notiz zum zweiten Lesegang ganz oben):
Schöne Frucht, sehr typische Chardonnay, runder im Mund als die zweite Lese, tiefere Säure, dafür mit toller Fruchtsüsse und mit mehr Kraft. Ebenfalls grandioser Wein, den ich nur deshalb eine halbe Note tiefer sehe, weil die zweite Lese mit seiner Eleganz noch «einen draufsetzt», 18 Punkte.

Blauburgunder «Rennweg», 2023 (Probe aus dem Stahltank, wo der Wein nach dem Barriqueausbau aktuell noch lagert)
Zum Ausflippen! Burgund pur – und doch eigenständig. Tolle, vielfältige Pinot-Frucht; ein überaus eleganter Wein, den man zuerst für eher filigran hält, der sich dann aber im Mund mit viel Kraft, ungemein feinen Tanninen, «feurig» und unendlich lang präsentiert. Und das Holz? Vorhanden, aber kaum merkbar. Ein Meisterwerk! 18,5 Punkte.

Chardonnay, höchste Lage, 2023 (Probe aus dem Stahltank, wo der Wein sich nach dem Ausbau noch «sammelt» und auf die Abfüllung wartet)
Tolle, aber feine und nicht aufdringliche, sehr vielschichtige Fruchtigkeit, sehr typisch Chardonnay; im Mund grosse Frische, sehr elegant, schöne, saftige Säure, neues Holz spürbar aber sehr schön eingebunden. Grossartig! 18 Punkte.

Sauvignon Blanc, „vom Vulkan“ 2021 (als einziger Wein erst zuhause verkostet; auch meine Frau war begeistert!)
Mittleres Gelb mit grünen Reflexen; unaufdringliche, aber vielschichtige Düfte in der Nase, Birne, Aprikose, frisch geschnittenes Gras, mineralische Note und sehr dezenter Holzeinfluss; im Mund ungemein zupackend, sehr frisch, spürbare, aber saftige Säure, sehr mineralisch, für einen Weisswein ungemein dichter Körper, leichter Ton nach Holunderblättern, fast unendlicher Abgang. Eigenständig – und doch: erinnert mich im Stil etwas an Dagueneau, grandioser SB! 18 Punkte!

Weissburgunder Rennweg 2023(Probe aus dem Stahltank, wo der Wein sich nach dem Ausbau noch «sammelt» und auf die Abfüllung wartet.
In der Nase kann man WB gut erkennen, feine, dezente Zitrustöne, unterlegt durch eine Nuance von Holz und von Mandeln; im Mund zupackend, tolle, saftige und frische Säure, mineralische Komponente, Holz sehr gut eingebunden, sehr langer Abgang. Was für ein toller WB (weil sie mal dort gearbeitet hat, habe ich spontan zu Desirée gesagt, «da muss sich Manincor warm anziehen»). 18 Punkte.

Chardonnay Berglage, 2023
(in gebrauchten Barriques ausgebaut)
Sehr schöne Frucht, Aprikose, aber auch mit unaufdringlichen exotischen Noten; saftige, eher tiefe Säure, daneben aber eine grosse Frische, sehr rund mit dichtem Körper, mittlerer Abgang. Schöner Chardonnay, das Gegenteil von einem Bluffer, angesichts des Preises eine Offenbarung. 17,5 Punkte.

Cuvée Cabernet, Berglage, 2020
(zwei deutsche Cabernet-Sorten, 2 Jahre im Holz ausgebaut)
Sehr dunkles, dichtes Purpur; ausser in der Nase, wo der Wein etwas «wild» wirkt und nebst dunkler Frucht auch grüne Töne aufweist, kommt man schlicht nicht auf die Idee, hier auch einen Anteil Piwi im Glas zu haben. Im Mund tolle Frische, rund und mit Eleganz, viel Tannin, das aber absolut nicht trocknend wirkt, schöne Säure. Ein kräftiger Parade-Wein gegen alle Vorurteile! 17 Punkte.

Spätburgunder Berglage, 2022
Schöne Pinot-Nase mit vor allem rotfruchtigen Düften; im Mund sehr rund fliessend, mittlere Säure, feine Tannine, sehr dezente Holznote; ein «Basis-Pinot» der Meisterklasse. 17 Punkte.

Müller-Thurgau „vom Vulkan“, 2023
In der Nase einerseits mit typischem «Müller-Duft» (Muskat), daneben mit recht üppigem Duft nach Birne und eher grünem Apfel, auch florale Töne; im Mund von grosser Frische und Dichte, dezente Säure, mineralische Komponente, langer Abgang. Etwas vom Besten, wenn nicht das Beste, was ich aus dieser Traubensorte je im Glas hatte. 17 Punkte

Weissburgunder Berglage, 2023
Sehr feine, aber zurückhaltende Frucht (Aprikose, Zitrus, Klarapfel), mineralischer Touch schon in der Nase; elegant, schöne Säure, frischer, langer Abgang. Süffig, aber keinesfalls anspruchslos. 17 Punkte.

Sauvignon Blanc Berglage, 2023
Zwar typische, aber auch nobel zurückhaltende Nase, Düfte von Holunderblüten, Stachelbeere und – sehr dezent – auch etwas tropische Früchte; im Mund mit viel Frische, knackige, aber saftige Säure, vielschichtig fruchtbetonter Abgang. Ganz toller SB, der keiner Mode folgt. 17 Punkte.

Grauburgunder Berglage 2023
Schöne, aber zurückhaltende Frucht (Birne, Mirabelle, reife weisse Pflaume); sehr reintönig und präzise, toller Trinkfluss, rund, dezente Säure, toller GB. 17 Punkte

Riesling Gutslage 2023
Eher verhaltene, aber vielfältige, sehr reintönige Nase (etwas Zitrus und heller Apfel), im Mund sehr frisch, eher filigran, mineralischer Touch, mittlere, schöne Säure. Eine tolle Spielart des Riesling, würde man am Hohentwiel nicht erwarten. Auch angesichts des Preises ein Hit! 16,5 Punkte.

Müller-Thurgau, Gutslage, 2023
(aus 55-jährigen Reben)
Sehr zarte, schöne Frucht mit breiter Palette von Zitrus über Apfel bis Mirabelle, auch der klassische Muskat-Ton ist vorhanden; im Mund mit straffer, saftiger Säure, mineralischer Touch, sehr fein und elegant. Macht rundum Freude! 16 Punkte.

Link auf die Homepage des Gutes mit Onlineshop
Vollmayer Weingut – Weingut Vollmayer

In der Schweiz gibt es keine Vertretung, aber das Gut liegt nur etwa 10 Autominuten von der Grenze entfernt (aus Richtung Stein am Rhein). Da lohnt sich die Hinfahrt allemal, und den Hohentwiel kann man dann auch gleich noch besteigen, die Aussicht ist toll.

Der Blick etwa aus halber Höhe auf die gepflegte Rebanlage. Vorne die „Berglage“. Das Bild zeigt auch, wie toll die „Weinvilla“ (mit Flachdach, links) liegt. Wer möchte da nicht einen Aufenthalt geniessen?

Interessennachweis:
Der Besuch auf dem Weingut und die Weinprobe fanden auf meine Anfrage hin statt, weil ich durch einen Beitrag von Rainer Schönfeld in der Facebookgruppe „Hauptsache Wein“ auf das Weingut aufmerksam geworden war. Herzlichen Dank, Rainer, für diesen „naheliegenden“ , tollen Tipp!

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