Besser geht nicht! 5 Sterne von Vinum, 5 Sterne bei Eichelmann, 5 F vom Feinschmecker, 5 Sterne bei Weinplus, 5 Sterne von Falstaff und 5 Rote Trauben in der Hall of Fame im Gault & Millau Wineguide. Und als Zugabe „Winzer des Jahres“ beim Feinschmecker und „Rotweinwinzer des Jahres“ bei Eichelmann.
Vor sechs Monaten hatte ich die Gelegenheit, dieses Weingut zu besuchen und dessen Weine wieder einmal zu probieren. Und deshalb überraschen mich die verteilten Lorbeeren überhaupt nicht. Sebastian Fürst, der das Gut seit 2018 leitet, führte uns durch die Reben und bei jeder seiner Erklärungen wurde offenkundig, wie sehr hier nach Qualität gestrebt wird. Vater Paul Fürst hatte das Gut 1979 übernommen und zusammen mit seiner Frau Monika mit Akribie an die Spitze geführt, und Sebastian machte, gemeinsam mit seiner Frau Isabell, nahtlos weiter und erhielt nun Würdigung um Würdigung.

Braucht keinen Vergleich mit den besten Pinots aus dem Burgund zu scheuen!
Die Qualität der Weine aus dem Hause Fürst ist in der Tat überwältigend. Das gilt selbstverständlich für die ganz grossen Spätburgunder aus den Lagen Centgrafenberg und Hundsrück, welche meines Erachtens keinen Vergleich mit den allerbesten Weinen aus dem Burgund zu scheuen brauchen (und dabei zwar auch schon teuer, aber verglichen mit den angesprochenen Burgundern noch geradezu bescheiden im Preis sind). Aber bei Fürst stimmt einfach alles, schon die Ortsweine sind grossartig. Und von wegen des Titels „Rotweinwinzer des Jahres“ – der ist zwar nicht falsch, aber die Weissen gelingen ebenfalls herausragend!

Qualitätsstreben bis ins kleinste Detail.
Dass das Gut biologisch bewirtschaftet wird (Quelle: Main-Echo), trägt sicher mit zu dieser hohen Qualität bei, wird aber nicht an die grosse Glocke gehängt. Was Akribie im Qualitätsstreben bedeuten kann, sei hier nur mit einem kleinen Beispiel erläutert: Es war Mitte Juli, und die Reben wirkten in einer Parzelle, als wäre es ein Chaos. Die Reben wuchsen wild durcheinander, ein Gang durch die Gassen wäre ziemlich mühsam geworden. Früher hätte man wohl gesagt, der Winzer sei unordentlich oder schlampig. Tatsächlich hat dieser Wildwuchs aber System. Die Rebe legt dabei viel Kraft in das Wachstum der Triebe, was dazu führt, dass die Trauben bzw. die Traubenbeeren in dieser Entwicklungsphase weniger gut versorgt werden und dadurch kleiner bleiben – mit dem Resultat, dass im Herbst eine höhere Traubenqualität geerntet werden kann. (Nur nebenbei: Zurückgeschnitten werden die Ranken dann schon noch, bloss viel später als sonst üblich).


Fürst hebt ab, aber die Familie bleibt am Boden.
In meinem früheren Beitrag über die Reise nach Churfranken hatte ich Fürst als Lokomotive für das Gebiet bezeichnet.
Churfranken – deutsches Rotweinparadies in Bayern! – Victor’s Weinblog
Mit den Lorbeeren, die das Gut nun erhalten hat, muss man schon fast von einem Flugzeug sprechen, das abhebt. Aber abgehoben ist man bei den Familien Fürst absolut nicht – einzig die Weinqualität ereicht himmlische Sphären. Um nochmals auf den Vergleich mit dem Burgund zurückzukommen: Ich war vor wenigen Wochen an einer Arrivage-Degustation des Burgunder-Jahrgangs 2023, an der auch ganz grosse Namen (und Preise) vertreten waren. Die Weine von Fürst hätten da wirklich mitgehalten. Und zudem gibt es bei Fürst keine Ausreisser nach unten.

Churfranken ist aber auch viel mehr als „nur“ Fürst! Ein Qualitätsparadies für Entdecker!
Im Sog von Fürst gibt es in Churfranken viele weitere Winzerinnen und Winzer, die mehr als nur bemerkenswert sind. Die Geschäftsstelle von Churfranken e.V. hat dazu eine Liste zusammengestellt, in der die Bewertungen von Eichelmann und Vinum aufgelistet sind (siehe ganz unten). In beiden Weinführern gibt es jeweils zwei (nicht identische) Weinbaubetriebe mit 4 Sternen und im Bereich von 2 oder 3 eine breite Basis von Winzerinnen und Winzern.
Natürlich kann man solche Bewertungen in Frage stellen, dass beispielsweise Betriebe wie Kremer, vgl. hier:
Weingut Kremer aus Churfranken: die Siegertrophäe „Best of Franken“ in der Hand und eine Prinzessin im Haus! – Victor’s Weinblog
fehlen, ist nicht verständlich, aber auch Namen wie Hofgut Hörstein, Hofmann-Herkert und Höflich würden gut in die Listen passen. Weinführer sind augenscheinlich zwar interessant, lassen aber Raum für tolle eigene Entdeckungen.
Immerhin, die mit 4 Sternen ausgezeichneten Betriebe Walter, Giegerich, Höfler und Philip Bernhard haben das sicher verdient – und bei Fürst mit den 5 Sternen gibt es schon gar keine Fragezeichen!
Link auf Weingut Fürst:
Weingut Rudolf Fürst
Die Weine sind im Weinhandel bei verschiedenen Händlern erhältlich.
Interessennachweis:
Der seinerzeitige Besuch auf dem Weingut erfolgte im Rahmen einer Pressereise auf Einladung von Churfanken e.V..
Liste der „besternten“ Betriebe aus Churfranken:
