Bündner Herrschaft: geniale «Garagen-Weine» aus dem Profikeller.

Auch in einem eigentlich kleinräumigen, übersichtlichen Gebiet wie der Bündner Herrschaft kann man noch Unbekanntes entdecken. Und der Newcomer Fadri Itin etabliert sich qualitativ gleich in der Spitze.

Wunderbarer Wein aus herrlicher Gegend, die Bündner Herrschaft zwischen Maienfeld und Fläsch. (Symbolbild ohne direkten Bezug zum Winzer)

Wenn man Neues entdecken will, hält man sich am besten an Freunde und Bekannte in der entsprechenden Gegend. Oder an Sommeliers und Restaurantinhaber. Oder an Weinfreaks, die schon alles wissen. Und in der neuen Zeit genügt es manchmal auch, sich auf die Algorithmen der Social Media zu verlassen. Kürzlich erschien auf Instagram ein Beitrag eines Fadri Itin, der Wein präsentierte. Nach etwas Recherche bestellte ich je eine Flasche Chardonnay und Pinot noir – und war rundum begeistert. So macht Neues entdecken total Spass!

Fadri Itin an der Arbeit (Bild mit freundlicher Genehmigung ab seiner Homepage)

Aber der Reihe nach: Man sagt, dass hinter jeder Leistung eines erfolgreichen Mannes eine starke Frau steht. In Fadri’s Fall sind es eigentlich gleich zwei. Denn Winzer werden, das wäre ihm gar nicht in den Sinn gekommen – wie auch, wenn man in Trin bei Flims aufwächst, wo es Weiden und Steine, aber keine Reben gibt. Seine Mutter fand aber während der Berufswahl, «schnuppere doch mal bei einem Winzer». Obwohl seine erste Schnupperlehre – im Kanton Zürich! – ihn nicht begeisterte, folgten zwei weitere bei Hanspeter Lampert und Andrea Davaz, und danach war seine Berufswahl klar. Seine Lehre absolvierte er dann auch in diesen beiden Betrieben, womit eine qualitativ sehr gute Grundlage gelegt wurde. Allerdings hatte er da bereits Auslanderfahrung, er verbrachte vor der Lehre einige Zeit in Neuseeland und konnte da bei einem «kleinen» Betrieb mit 10 Hektar Reben mithelfen und erste Erfahrungen sammeln. Nach dieser Stage war für ihn erst recht klar, dass er den richtigen Beruf lernen würde.

Heute arbeitet Fadri Itin auf Schloss Salenegg in Maienfeld, gemäss Organigramm auf der Homepage als Winzer, gemäss Fadri aber auch als Helfer im Keller. Schloss Salenegg ist eine Referenz in der Herrschaft. Das Gut produzierte schon vor Jahrzehnten hervorragende Weine, welche sich vom damaligen schmalbrüstigen Einheitsbrei der Gegend wohltuend abhoben. Meiner Meinung nach hat das Gut dann aber einige Jahre ein wenig den Anschluss verpasst, plötzlich spielten Donatsch, Gantenbein, Studach und Co, die erste und bessere Geige. Inzwischen hat Schloss Salenegg aber nachgezogen und gehört wieder zu den qualitativ wichtigsten Adressen in der Herrschaft. Hier arbeiten zu können, ist also durchaus schon ein Privileg. (Und die Weine des Gutes probieren zu können übrigens auch!).

Schloss Salenegg in Maienfeld – das Wirkungsfeld von Fadri Itin. Die Weine des Gutes sind hervorragend und mehr als eine (Wieder-)Entdeckung wert.

Mit der Besitzerin von Schloss Salenegg, Helene von Gugelberg, kommt nun die zweite wichtige Frau ins Spiel. Fadri ist augenscheinlich voller Kraft und ehrgeizig, weshalb er auch seinen eigenen Wein herstellen wollte. Auf seine Bitte, etwas von den von ihm gepflegten Trauben von Schloss Salenegg kaufen zu dürfen, reagierte Helene von Gugelberg positiv. Und damit Fadri seine Barriques nicht in einer Garage aufstellen muss, darf er auch gleich noch den Keller des Weinschlosses mitbenutzen.

Der Jahrgang 2020 war sein Erstling, inzwischen gärt aber bereits der 2022-er. Auch wenn er auf Salenegg vinifizieren darf – seinen Wein macht er allein und so, wie er es gut findet. Wenn es um die Weine von Salenegg geht, ist der Kellermeister und Betriebsleiter Silas Hörler sein Chef, der befiehlt und entscheidet, bei seinen eigenen lässt er sich aber nicht dreinreden. Immerhin, fachlicher Austausch unter den beiden findet trotzdem statt, so holte Fadri sich u.a. bei Silas Rat als es darum ging, die besten Barriques anzuschaffen.

So gut, wie Fadris Weine gelungen sind, ist nicht auszuschliessen, dass sie in einer Blinddegustation einmal gar besser abschneiden könnten als jene von Schloss Salenegg. Auf die Frage, wie dann wohl der Kellermeister des Schlosses reagieren würde, sagt Fadri: «Ich weiss es natürlich nicht, aber ich denke er würde sagen, gut gemacht!» Die menschliche Chemie scheint auf Salenegg zu stimmen.

Allerdings dürften die Gelegenheiten zu Blinddegustationen ohnehin begrenzt sein. Fadri Itin ist sich bewusst, dass er nicht ständig bei Frau von Gugelberg stehen und um noch mehr Menge bitten kann. Und anderweitig Trauben oder gar Rebland in der Herrschaft zu erhalten, ist sehr schwierig. So ist Fadris Ziel, jedes Jahr je drei Barriques Chardonnay und Pinot noir herstellen zu können, was rund 900 Flaschen pro Sorte ergibt.

Die Weine des Fadri Itin werden also in einer Gegend der raren Weine wohl immer eine Super-Rarität bleiben. Trotzdem muss man als Neuling den Wein ja auch zuerst einmal verkaufen können. Zwar fragte er anfangs in einem ihm bekannten Restaurant erfolgreich nach, ob seine Weine ins Sortiment aufgenommen würden. Dann aber ging alles fast wie von selbst, und inzwischen verfügt Fadri von den aktuellen Jahrgängen (2020 bzw. 2021) nur noch über je rund 100 Flaschen. Wer also noch probieren will, muss sich beeilen!

Cool gemacht: Profil und Fingerabdruck kombiniert.

Fadri verfügt auch über eine professionell gestaltete, wenn auch informationsmässig noch etwas karge Homepage mit Webshop. Überhaupt ist der Auftritt sehr professionell und selbstbewusst. Die Etiketten zeigen sein Konterfei – in der Form eines Fingerabdruckes gestaltet-, als wollte er sagen: «Da bin ich, dafür signiere ich». Auch wenn das sehr selbstbewusst daher kommt, überheblich wirkt Fadri im Gespräch überhaupt nicht, eher bescheiden und geerdet.

Aber es war ihm wichtig, das Produkt und das Marketing hochwertig auszugestalten: «Wenn ich schon so etwas mache, dann richtig, und ich will mich auch optisch freuen können, wenn eine meiner Flaschen auf dem Tisch steht.“

Die Flasche überzeugt aber nicht nur optisch, sondern und vor allem auch durch ihren Inhalt. Es sind beides grossartige Weine, die auch einen eigenständigen Stil aufweisen und sich meiner Wahrnehmung nach eher an Burgund als an anderen Herrschäftlern orientieren.

Auf jeden Fall war da ein junger Mann am Werk, der augenscheinlich über enorm viel Feingefühl und Können in der Weinbereitung verfügt. Diese Raritäten muss man einfach weiterverfolgen!

Degustationsnotizen:

Polischet, Chardonnay Maienfeld, 2021

Helles Gelb ; in der Nase vielschichtig fruchtbetont (u.a. Aprikose, Lychee), auch würzige Anflüge, «mineralisch», spürbares neues Holz; im Mund tolle Frische, schöne Säure, eher filigran aber mit spürbarem Fruchtextrakt im Abgang, feine Tanninspuren spürbar, das Holz ist im Mund sehr gut eingebunden; langer Abgang. Rundum gelungener, toller Wein. (Wenn man, allerdings auf extrem hohem Niveau, etwas kritisieren wollte, dann vielleicht die ausgeprägte Frucht»süsse», die in einem sonst sehr «nördlichen Chardonnay» etwas an einen südlichen erinnert). 17-17,5 Punkte.

Sgraflin, Pinot noir Maienfeld, 2020

Mittleres, glänzendes Rot ; sowohl helle als auch dunkle Beerenaromen, etwas Gewürznelken; im Mund dicht und rund, viel Tannin, das aber sehr gut eingebunden ist, mittlere, harmonische Säure, ganz leichter, sehr schöner Bittertouch, fruchtbetont, burgundisches «Feuer» im sehr langen Abgang. Ein Wurf von einem Pinot, erinnert mich an einen Volnay, wobei es durchaus ein 1er-Cru sein könnte! 18 Punkte.

«Sgraflin» und «Politschet», Mauerläufer und Zaunkönig in romanisch, Fadris Muttersprache. Die Weinnamen stellen eine Hommage an seinen Arbeitsweg in der Lehrzeit dar, auf dem ihn das Vogelgezwischter jeweils begleitete.

FadriItin-Wein.ch

Schloss Salenegg Maienfeld: Weingut und Essigmanufaktur (schloss-salenegg.ch)


Interessennachweis: Die beiden Weine wurden vom Autor zu normalen Konditionen gekauft und degustiert/genossen. Das Gespräch mit Fadri Itin fand erst anschliessend statt.

Sven Fröhlich, ein Berliner aus Jenins, der auch Burgunder sein könnte.

In Berlin geboren, an der Ostsee aufgewachsen, in Jenins heimisch und als Quereinsteiger Winzer geworden, der mit seinem „französischen“ Stil auch als Burgunder durchginge: Sven Fröhlich ist ein neuer Name aus der Bündner Herrschaft, den man sich merken muss!

Studach, Gantenbein, Salenegg, Schlegel, Lipp, Liesch (U.+J.), Hermann (Ch): Das ist nicht nur eine Aufzählung einiger der renommiertesten Betriebe der Bündner Herrschaft, sondern auch eine der Arbeitsstationen des Sven Fröhlich. Er kam 2004 mit einem ganz anderen Beruf in die Schweiz, hat sich aber seit 2007 dem Wein verschrieben, zuerst als Praktikant beim Thomas Studach, danach als Lehrling bei Ueli und Jürg Liesch. Seine erste Arbeitsstation waren während fünf Jahren Gantenbein’s und danach war er bei den weiteren erwähnten Gütern tätig.

Goldenes Weinbaugebiet: die Bündner Herrschaft im Kanton Graubünden, ganz oben am Rhein (das Bild zeigt nicht die Reben von Fröhlich).

2015 konnte er eine Parzelle mit 300 Rebstöcken pachten und damit erstmals selbst Wein produzieren. Der „grosse“ Schritt erfolgte 2018, als er in Jenins eine Hektar Rebfläche übernehmen konnte. Und für den fehlenden Keller zur Weinbereitung halfen alte Kontakte, er durfte den ehemaligen Keller von Thomas Studach mieten.

Ich habe mir eine Flasche von seinem Pinot noir 2019 gesichert (daneben gibt es auch einen „Riesling x Sylvaner“ bzw. Müller-Thurgau). Der Wein überzeugt sehr, wobei, wenn man denn schon vergleichen will, ich ihn stilistisch eher bei Studach als bei Gantenbein ansiedle. Aber eigentlich scheint mir Fröhlich mit dem 2019er durchaus eine eigene Handschrift gefunden zu haben, und die liegt in einer zwar sehr filigranen Art, die aber so viel Finesse mitbringt, dass man unwillkürlich an einen Wein aus dem Burgund denkt. Und was vor allem auch gefällt ist, dass die Frucht des Weines nicht vom Holz überdeckt wird.

Es mag sein, dass einige Weinfreunde sich einen etwas körperreicheren, dichteren Pinot wünschten. Wer aber in einem Wein eher die Finesse sucht, der wird mit diesem mit Sicherheit sehr glücklich. Auf jeden Fall ist Fröhlich ein neuer Name, den man sich unbedingt merken muss.

Die Hummel soll das erste Tier gewesen sein, welches Fröhlich’s in ihrem ersten Rebberg gesehen haben; so wurde es zum „Wappentier“.

Pinot noir 2019
Helles Rot; zuerst eher verhaltener Duft, mit etwas Luft sehr schöne Noten von Walderdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren, minimale, „neckische“ Anflüge von Liebstöckel und Marzipan; im Mund filigran und „tänzerisch“, sehr fruchtbetont, schönes Gleichgewicht von feinen Tanninen und Säure. Sowohl der Alkohol als auch das Holz sind nur dezent spürbar, unterlegen den Wein aber trotzdem sehr schön; mittlerer Abgang. Ungemein feiner, fruchtiger, burgundisch (Côte de Beaune) anmutender Pinot. 17 Punkte.

Home | froehlich-weine

Bezugsquellen finden sich auf der Homepage von Fröhlich.

Das Momentum liegt bei Jürg Marugg. Und auch die Zukunft!

Schon wieder Jürg Marugg! Dabei hatte ich ja eben erst über ihn geschrieben. Kürzlich wurde mir aber auf Schloss Wartenstein in Pfäfers überhalb Bad Ragaz der „Momentum“ empfohlen. Das war ein sehr passender Tipp und ein Grund für einen neuen Beitrag.

Jürg Marugg ist einer der bemerkenswersten Newcomer in der Bündner Herrschaft. Er hat für mich gerade das Momentum auf seiner Seite. Und eigentlich nicht nur das, die Zukunft gehört ihm sicher auch! Beschrieben habe ich das schon hier:
https://victorswein.blog/2019/07/27/weinbau-marugg-hoch-4-in-flasch-und-jurg-als-speziell-interessant/
Danke des Tipps im Restaurant kommt hier nun eine Forsetzung: Momentum – eine Assemblage aus Syrah und Merlot, empfohlen zu einem Wildteller.

Wunderschöne Reblandschaft: Blick auf Fläsch in der Bündner Herrschaft, dem Wohnort von Jürg Marugg (Foto von Schloss Wartenstein aus, von der anderen, der St. Galler, Rheinseite)

Ich war eher skeptisch, aber weil ich gerne Neues entdecke und mich auch je länger, je lieber auf Weinempfehlungen des Servicepersonals verlasse, habe ich also eine Flasche „Momentum 2016“ bestellt.

Natürlich kann man sich fragen, ob es Syrah und Merlot nördlich der Alpen wirklich braucht. Und man kann auch zu irgendwelchen Assemblagen ein Fragezeichen setzen, und ganz besonders zur Mischung von Syrah und Merlot. Aber das Resultat in Form des Momentums ist überzeugend!

Mittleres, glänzendes Purpur; dunkle und helle Beeren (Brombeere, Johannisbeere), Thymian; im Mund druckvoll, gut stützende Säure bei spürbaren Tanninen, enorme Frische, eleganter, langer Abgang mit einem dezenten Nachhall nach neuem Holz. Schöner, eigenständiger Wein!

Das Lustige daran: Ich hätte blind darauf getippt, dass in diesem Wein auch Pinot noir enthalten ist. Aber vielleicht hat das ja nur damit zu tun, dass der Momentum eben seine Herkunft nicht versteckt. Zwar kann man – jedenfalls, wenn man es weiss … – durchaus Syrah und Merlot herausspüren, und die Komplexität des Weines deutet auch eher auf eine südlichere Herkunft, aber diese enorme Frische, das ist dann eben schon wieder „Norden“! Der Wein lagert 18 Monate in Holzfässern, davon sind 2/3 neu. Aber dieser Holzeinsatz ist nur erstaunlich dezent spürbar; Merlot und Syrah kommen zusammen offenbar sehr gut mit dem Neuholz zurecht bzw. werden daduch gar geadelt!

Es bleibt dabei: Schweizer Weine sind, zumindest an der Spitze, hervorragend, und man kann inzwischen tatsächlich jede Speise mit einem absolut geeigneten Schweizer Wein begleiten. Das hat der „Momentum“ wunderbar bewiesen, selbst wenn ein Pinot aus der Herrschaft sicher auch passend gewesen wäre! Aufgrund des Momentums hätte es ja gut einer von Jürg Marugg sein können!

https://www.marugg-weingut.ch/

Weltklasse aus der Schweiz: nächste Folge mit Irène Grünenfelder.

Meinen letzten Blog-Beitrag hatte ich auf Facebook mit der Einleitung gepostet: „Wann merkt endlich der letzte Weinfreund, dass Schweizer Weine Weltklasse sein können“? An den dort beschriebenen, famosen Montagna Magica von Hubervini schliesst heute nahtlos ein Sauvignon blanc 2015 an.

Auch eine sehr geschmackvolle Etikette. Die einzelnen Weine unterscheiden sich durch die Farbe. Grün wird für den Sauvignon blanc verwendet.

Die Produzentin Irène Grünenfelder aus Jenins in der Bündner Herrschaft näher vorzustellen, ist kaum notwendig, obgleich mir scheint, dass sie in Sachen Berichterstattung immer ein wenig im Schatten von Gantenbein (vor allem), Fromm, Studach und neuerdings auch Möhr-Niggli und wieder Donatsch steht. Dabei begegnen ihre Weine den vorgenannten absolut auf Augenhöhe! Ich erinnere mich an drei Degustationen mit mehr als einem Dutzend der führenden Schweizer Pinots der Jahrgänge 2006, 2009 und 2012 – immer war der „Eichholz“ von Irène Grünenfelder unter den ersten drei platziert. Sie hat – als Autodidaktin notabene – mit ihrem roten Spitzenwein auch einen absolut eigenständigen Stil gefunden. Immer wohltuend zurückhaltend im Holz, dicht und trotzdem elegant, fruchtbetont und irgendwie einfach sinnlich – nicht anbiedernd am Burgund, aber auch nicht bieder wie ein durchschnittlicher Schweizer Barrique-Pinot. Und das Schönste daran: Die Preise sind, im Gegensatz zu jenen der Pinots anderer Spitzenwinzer, auf freilich für Schweizer Verhältnisse hohem Niveau anständig stabil geblieben.

Aber auch die Weissweine von Irène Grünenfelder sind bemerkenswert. Den Chardonnay kann ich zu wenig beurteilen, ich habe da erst zwei Jahrgänge probiert, und da spürte man noch etwas das jugendliche Alter der Reben und ein Abtasten beim Holzeinsatz, aber der Stil lässt grundsätzlich Grosses erahnen. Beim Pinot blanc zeigt sie, welches Potential diese Rebsorte eigentlich hat – und mit dem Sauvignon blanc bewegt sie sich seit Jahren an der Schweizer Spitze. Mit dem 2015er hat sie meines Erachtens sogar einen Wein gekeltert, der auch im internationalen Vergleich ganz vorne steht. Da ist nichts von „billigen“, exotischen Aromen und von einfacher Süffigkeit. Vielmehr besticht der Wein durch eine dezente, zurückhaltende aber doch präsente Frucht und vor allem durch eine unglaubliche Frische und Mineralität. Dieser Sauvignon ist begeisternd und braucht keinen Vergleich mit den Weltbesten zu scheuen! Und mit 30 Franken ist er zwar nicht billig, aber der Qualität angemessen sehr anständig.


Helles Gelb; eher zurückhaltend mit Anflügen von Mandarine, Lychee und Mirabellen, schon in der Nase mineralisch wirkend; im Mund mit einer unglaublichen Frische trotz relativ mässiger Säure, obwohl wirklich trocken mit einem Anflug von „Süsse“, dicht gewoben, unglaubliche Mineralität, langer Abgang. Ein Traumwein!

Wann wohl merkt endlich der letzte Weinfreund, das Schweizer Weine Weltklasse sein können? Dieser Sauvignon gehört sicher zu den leuchtenden Beispielen. Schade nur, dass ich eben die letzte Flasche aus meinem Keller geholt habe – wie so oft, habe ich die anderen einfach zu früh geöffnet (wobei sie auch damals sehr gut waren).

Blick auf die Bündner Herrschaft, im Vordergrund Malans, in der Mitte rechts Jenins und rot eingezeichnet, unterhalb von Jenins, der Standort des Weingutes Eichholz.


https://www.eichholz-weine.ch/