Geplantes neues Zollregime für den Weinimport ist gescheitert!

Wie in diesem Blog mehrfacht berichtet, plante das „Departement Parmelin“ (Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung, WBF), künftig den Import von Wein davon abhängig zu machen, dass ein Importeur auch Schweizer Trauben kauft und keltert. Es war, wie die NZZ damals schrieb, eine Schapsidee zum Weinen, die nun auch tatsächlich gescheitert ist!

Das Schlimmste ist abgewandt! Wie das WBF in einer Medienmitteilung schreibt, „fand dieser Vorschlag in der Vernehmlassung keine Mehrheit“. Neu sollen dafür drei andere Stossrichtungen verfolgt werden

(Zitat Medienmitteilung):
Konkret sieht dieser Ansatz vor, die Beiträge für die freiwillige Rodung zur Anpassung der Flächen an die Nachfrage zu verlängern. Die Exporte von Schweizer Weinen könnten ausserdem von zusätzlichen Mitteln im Rahmen künftiger Handelsabkommen profitieren. Schliesslich soll dem Bundesrat im Rahmen des landwirtschaftlichen Verordnungspakets 2027 beantragt werden, das WTO-Zollkontingent für Wein zu versteigern. Der Bundesrat wird die Vernehmlassung zu diesem Thema voraussichtlich im Januar 2027 eröffnen. Diese Massnahmen zielen darauf ab, den Schweizer Weinbau angesichts der Krise zu unterstützen und Schweizer Weine im In- und Ausland besser in Wert zu setzen.

Auch die Auszahlung von Rodungsprämien für Reben soll verlängert werden. Angesichts des Rückgangs des Weinkonsums eine Massnahme, die man durchaus unterstützen kann.

Versteigerung des WTO-Zollkontingentes – wie soll das funktionieren?

Während die beiden ersten Massnahmen vor allem einfach Kosten für den Bund verursachen, welche ich – ohne den genauen Preis schon zu kennen – durchaus nachvollziehen kann, wird man die Idee der Kontingentsversteigerung genau ansehen müssen. Da würde es sehr auf die Ausgestaltung ankommen, und ich befürchte, dass vor allem die grossen Player der Weinbranche die besten Chancen hätten. Vor allem aber muss man sich – vor dem Hintergrund der Tatsache, dass das WTO-Kontingent noch gar nie ausgeschöpft wurde – die Frage stellen, wie eine solche Versteigerung wirklich erfolgreich sein kann. Zudem wird man auch hier hinterfragen müssen, ob eine solche Regelung überhaupt auf dem Verordnungsweg umgesetzt werden darf.

Schweizer Wein hat unsere Unterstützung verdient.

Ich bleibe dran! Falls die neu geplanten Massnahmen sich als untauglich erweisen sollten, würde ich dannzumal erneut eine Petiton lancieren. Falls indessen die Vorschläge praktikabel bleiben, werde ich das im Sinne der Förderung des Schweizer Weins selbstverständlich begrüssen. Denn eines ist klar: Der Schweizer Wein hat unsere Unterstützung verdient. Dass die Schnapsidee zum Weinen nun zu den Akten gelegt wurde, ist mit Sicherheit im Interesse aller, denn das hätte sehr viel Unruhe geschaffen, die zum Schaden auch des Schweizer Weins geworden wäre.

Nachtrag:
Beim Verfassen dieses Beitrages war mir noch nicht bekannt, dass Bundesrat Parmelin gleichentags seinen Rücktritt eingereicht hat. Entsprechend wird die Umsetzung der Massnahmen von einem anderen Mitglied der Bundesregierung zu begleiten sein. Wir dürfen gespannt sein!

Links auf die seinerzeitigen Beiträge zum nun gescheiterten Zollregime:
Falls Sie nochmals nachlesen wollen, worum es bei gescheterten Vorschlag gegangen wäre:

Par malheur: Bundesrats-Winzer Parmelin bereitet den Weinskandal der anderen Art vor! – Victor’s Weinblog
Unterschreiben auch Sie die Petition! Nein zu den geplanten, weltfremden Importregeln für Wein. – Victor’s Weinblog
Petition gegen geplante Weinimport-Regelung persönlich übergeben. Erfolgreiche Sammlung – hoffentlich mit Wirkung! – Victor’s Weinblog


Interessennachweis:
Ich verfolge in dieser Sache keinerlei Interessen, ausser jenen eines Weinfreundes.

3 Gedanken zu “Geplantes neues Zollregime für den Weinimport ist gescheitert!”

  1. Woran nie gedacht wird, ist der Auslöser von Wachstum und Rückgang, der Konsument. Wie reagiert er wohl auf Sortimentsveränderungen, ausgelöst durch bunderätliche Interventionen? Wie schädlich würde dies wohl sein für die Schweizer Weinproduzenten, wenn Sie nicht die vom Verbraucher erträumten Weinstilistiken anbieten?
    Spannend ist, dass sich die Produktionsorientierung in Frankreich langsam auflöst.

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